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Das Schnellboot "Hyäne" nahm an dem UNIFIL-Einsatz teil und löste die "Erfurt" ab, die in der EU-Mission "Atalanta" vor Somalia gebraucht wurde.
© pa/dpa/Bernd Wüstneck
© pa/dpa/Bernd Wüstneck

Das Schnellboot "Hyäne" nahm an dem UNIFIL-Einsatz teil und löste die "Erfurt" ab, die in der EU-Mission "Atalanta" vor Somalia gebraucht wurde.

Im Kampf gegen die Piraten vor Somalia hat die EU ein wichtiges Ziel erreicht: Die Zahl der Piratenangriffe ist in den letzten Jahren stark gesunken. Wurden 2011 noch 174 Schiffe attackiert, waren es 2017 nur noch neun.

Der Erfolg der EU-Mission sei vor allem für Deutschland wertvoll, sagt Staatssekretär Thomas Silberhorn aus dem Bundesverteidigungsministerium.


"Wir sind als Bundesrepublik Deutschland eine der großen Seehandelsnationen. Deswegen müssen wir ein eigenes Interesse daran haben, dass Handelswege frei bleiben und dass Kommunikationswege frei bleiben. " Thomas Silberhorn, CSU, Staatssekretär Bundesverteidigungsministerium

Piratenangriffe deutlich reduziert

Mehr als 20.000 Schiffe passieren jedes Jahr den sogenannten Golf von Aden. Dass es nun durch die EU-Mission Atalanta gelungen ist, die Zahl der Piratenangriffe deutlich zu reduzieren, ist auch für die Grünen im Bundestag ein Erfolg. Der außenpolitische Sprecher Omid Nouripour kritisiert allerdings, ein Militäreinsatz allein reiche nicht.

"Atalanta war stets eine Symptombekämpfung, nicht mehr und nicht weniger. Die Piraterie am Horn von Afrika hat Ursachen, die Militärs nicht bekämpfen können - wie beispielsweise die Armut der Fischer. In der Zeit hat Atalanta bei aller Kritik, die man an einzelnen Elementen haben kann, aber gute Arbeit gemacht." Omid Nouripur, Außenpolitischer Sprecher der Grünen

EU macht Gewässer vor Somalia sicherer

Die gefährlichen Gewässer vor Somalia sind auch durch die EU deutlich sicherer geworden. Die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten sei dabei besonders wichtig, sagt Dirk Müller, Fregattenkapitän der Bundeswehr, auf dem Militär-Stützpunkt in Djibuti.

"Wir als Militärs arbeiten hier in der Form zusammen, dass wir uns nahezu täglich sehen. Wenn wir uns gerade einmal nicht sehen, dann tauschen wir uns über Telefonate und Mails aus, so dass wir immer wissen, was die anderen gerade tun und vorhaben. Und so können wir uns abstimmen über die zukünftigen Operationen." Dirk Müller, Fregattenkapitän der Bundeswehr

Zurzeit ist die Bundeswehr bei der EU-Mission Atalanta allerdings mit einem eher geringen Kontingent vertreten. Nur knapp 30 Soldatinnen und Soldaten sind vor Ort im Einsatz - früher waren es einmal deutlich mehr.

Außerdem läuft das aktuelle Mandat der Bundeswehr für die Atalanta Mission Ende Mai aus. Die Bundesregierung hat nun aber noch einmal erneut klar gemacht, dass sie den Einsatz gegen die Piraten bis 2020 verlängern will.