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Geflüchtete Designerin näht Taschen aus Schlauchbooten | BR24

© Reuters

Fariba Amini an der Nähmaschine: Sie gestaltet Taschen aus Schlauchbooten

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Geflüchtete Designerin näht Taschen aus Schlauchbooten

Fariba Amini kam vor drei Jahren in einem Flüchtlingsboot nach Griechenland. Jetzt gestaltet die Afghanin Taschen und Schmuck aus alten Schlauchbooten und Rettungswesten.

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Sie sind zum Symbol für die Flüchtlingskrise im Mittelmeer geworden: Schlauchboote und Rettungswesten. Fariba Amini hat sich vorgenommen, aus dem Material etwas Schönes zu machen. Sie ist Designerin und näht daraus täglich schwarz-rote Taschen. Außerdem knüpft sie in ihrer Werkstatt in Griechenland Armbänder und Ketten.

Amini gefällt ihre Arbeit - aber sie weckt auch traurige Erinnerungen. Die 31-Jährige stammt aus Afghanistan und war noch ein Kind, als ihre Familie in den Iran fliehen musste. Vor drei Jahren saß sie selbst in einem Flüchtlingsboot nach Griechenland. Dort angekommen, lebte sie in einem Camp, eine schlimme Zeit, sagt sie heute.

Näh-Tutorials auf YouTube

Nähen konnte Amini damals noch nicht. Mit Videos im Internet brachte sie sich das Handwerk bei. Anfangs verkaufte sie ihre Produkte nur im Freundeskreis, mittlerweile ist sie damit auf kleinen Märkten und Feiern unterwegs. Durch das Material seien die Taschen besonders stabil.

Mittlerweile hat die Designerin Unterstützung durch eine Hilfsorganisation bekommen und einen Businesskurs besucht. Sie ist stolz auf ihre Arbeit. "Es gefällt mir, dass ich etwas Unscheinbares in etwas Nützliches verwandeln kann", sagt sie. Und die Taschen hätten ihr auch geholfen, die eigene Vergangenheit zu akzeptieren. "Sie haben mir Frieden gebracht."