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Damit fremdländische Schädlinge nicht als blinde Passagiere bei uns einreisen, gibt es an jedem Flughafen Pflanzeninspekteure. Untersucht werden Frachtgüter aus fernen Ländern sowie Mitbringsel von Touristen.

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Gefährliche Reisemitbringsel aus dem Urlaub

Wer Pflanzen und Obst aus dem Urlaub mitbringt, hat vielleicht gefährliche blinde Passagiere dabei: Insekten, die hierzulande großen Schaden anrichten können. Der Zoll verschärft nun die Kontrollen.

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Von
  • Johannes Hofmann

Zwei Männer in blauer Uniform stehen im Ankunftsbereich des Flughafen Münchens. Auf ihren Rücken steht in großen Lettern "Zoll". Sie warten auf die Urlauber, die gleich aus dem Flugzeug steigen und ihre Koffer vom Band holen. "Wir machen stichprobenartige Kontrollen und jetzt kommt eine Maschine aus Abu Dhabi", sagt der Zollbeamte Thomas Meister. "Wir wissen nicht, was auf uns zu kommt."

Mehr Urlauber, mehr Risiko

Der Zoll an deutschen Flughäfen hat wieder mehr zu tun: Der Reiseverkehr läuft nach langer Zeit wieder an, und mit mehr Passagieren steigt das Risiko, dass unerlaubte Pflanzen und Früchte und somit Schädlinge im Koffer nach Deutschland gelangen. Die Stichprobenkontrollen sollen verhindern, dass sich hier neue Insekten ansiedeln und das heimische Ökosystem zerstören.

Thomas Meister winkt einen jungen Mann aus Abu Dhabi in den Kontrollbereich. "What’s inside this bag?", fragt er. "Clothes and food", antwortet der Urlauber. Essen? Die Beamten schauen stutzig und bitten ihn, den Koffer zu öffnen.

Zwölf Milliarden Euro Schaden pro Jahr in der EU

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die FAO, schätzt den wirtschaftlichen Schaden durch gebietsfremde Schädlinge allein in der EU auf etwa zwölf Milliarden Euro pro Jahr.

Da der Handel mit Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen weltweit zunimmt, wächst seit Jahren auch das Risiko, Krankheiten oder Schädlinge einzuschleppen.

Der Mann aus Abu Dhabi zieht Süßigkeiten, Mandeln, Honig aus dem Gepäck — und einen Dattelsalat. Muss der konfisziert werden? "Bei den Datteln gibt es eine Ausnahme", sagt der Zollbeamte Thomas Meister. Auch Ananas, Bananen, Durian-Früchte und Kokosnüsse dürfen ohne Pflanzengesundheitszeugnis eingeführt werden.

Ansonsten aber gilt: Wer Pflanzen und Obst aus einem außereuropäischen Land mitbringt, braucht ein Pflanzengesundheitszeugnis.

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Der Zoll verschärft nun die Kontrollen an den Flughäfen

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Denn der Handel mit Pflanzen nimmt weltweit zu

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So will man verhindern, dass Schädlinge eingeschleppt werden.

Urlauber zahlen für Vernichtung

Kurz darauf müssen eine Thailänderin und ihr Sohn auspacken. Und tatsächlich: Die Zollbeamten finden Zitronen, Ingwer, Chili, Mango und vieles mehr. Die Gefahr: Exostische Fruchtfliegen, weiße Fliegen, Fransenflügler, Rüsselkäfer oder die Zitrus-Schwarzfleckenkrankheit könnten auf diesem Weg zu uns gelangen.

Das Obst und Gemüse geht nun an die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, die für die sogenannte "phytosanitäre Überwachung" zuständig ist. Hier untersucht Jürgen Leiminger die Ware auf Krankheiten und Schädlinge. Der Leiter für den Bereich "Pflanzengesundheit bei Ein- und Ausfuhr" findet zwar nichts, aber ein Pflanzengesundheitszeugnis bei der Einreise aus Drittländern ist Pflicht — und Sicherheit geht vor. "Von daher werden diese Waren einer ordnungsgemäßen Vernichtung unterzogen. Heißt, sie werden autoklaviert, also thermisch vernichtet, sodass sichergestellt werden kann, dass hier die Gefahr gebannt ist."

Jürgen Leiminger zufolge nehmen die illegalen Importe im privaten Reiseverkehr seit Jahren zu. Dass Urlauber Obst oder Gemüse mitbringen, das unter Umständen gefährlich ist, habe aber häufig nichts mit böser Absicht zu tun, sondern mit Unwissenheit. Die schütze aber nicht vor Strafe. Für die Vernichtung muss die Thailänderin nun 50 Euro zahlen.

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Die Coronazahlen lassen wieder vermehrt Reisen zu und damit steigt das Risiko, das Urlauber bei ihrer Rückkehr gewisse "Souvenirs" im Gepäck haben: Insekten, die hier viel Schaden anrichten können. Stichwort: Asiatischer Laubholzbockkäfer...

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