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Gedenktafel: Erster Gletscher Islands geschmolzen | BR24

© dpa-Bildfunk

Gedenktafel: Erster Gletscher Islands geschmolzen

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Gedenktafel: Erster Gletscher Islands geschmolzen

Der "Okjökull" ist der erste Gletscher in Island, der infolge der Erderwärmung geschmolzen ist. Bei einer Zeremonie in Reykjavik wurde offiziell eine Gedenktafel enthüllt - darauf zu lesen: "Ein Brief an die Zukunft".

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Mit einer Gedenktafel hat Island an den ersten isländischen Gletscher erinnert, der infolge des Klimawandels geschmolzen ist. In einer Zeremonie in Reykjavik wurde die Tafel enthüllt. Die Plakette mit dem Titel "Ein Brief an die Zukunft" soll die Aufmerksamkeit darauf lenken, "was verloren geht, wenn die Gletscher der Erde verschwinden", teilten isländische und US-Wissenschaftler mit.

"In den nächsten 200 Jahren werden voraussichtlich alle unsere Gletscher diesen Weg gehen. Diese Gedenktafel soll deutlich machen, dass wir wissen, was passiert und was getan werden muss. Nur ihr wisst, ob wir es getan haben." Zitat aus dem 'Brief an die Zukunft' auf der Gedenktafel

Auf der Tafel ist zudem die im Mai gemessene CO2-Konzentration von 415 Teilen pro Million (ppm) vermerkt. Dies war der höchste jemals gemessene Kohlendioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre.

40 Meter dickes Eis

Damit eine Eisfläche als Gletscher gilt, muss "die Masse aus Eis und Schnee so dick sein, dass sie sich durch ihr eigenes Gewicht bewegt", sagte der Geologe Oddur Sigurdsson der Nachrichtenagentur AFP. Dies sei bei etwa 40 bis 50 Metern Dicke der Fall.

Rund 400 Gletscher auf der subarktischen Insel sind durch die Erderwärmung bedroht. 1890 umfasste der "Okjökull" im Westen des Landes noch eine Fläche von 16 Quadratkilometern. 2012 war er einem Bericht der Universität von Island zufolge auf 0,7 Quadratkilometer geschrumpft. 2014 verlor er seinen Gletscher-Status.

Der Vatnajökull im gleichnamigen Nationalpark in Island ist der größte Gletscher Europas. Der Park zählt seit Anfang Juli zum UNESCO-Welterbe. Einer Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom April zufolge könnten bis 2100 rund die Hälfte der Welterbestätten ihre Gletscher durch den Klimawandel verlieren.

© BR

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