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Gedämpfte Erwartungen einen Monat nach Brand in Notre-Dame | BR24

© picture alliance / AP Images

Begutachtung der Schäden im Innern von Notre-Dame.

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Gedämpfte Erwartungen einen Monat nach Brand in Notre-Dame

Vor einem Monat wütete das verheerende Feuer in der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Präsident Macron kündigte an, das Wahrzeichen innerhalb von fünf Jahren wieder aufzubauen, Millionen Euro an Spenden wurde zugesagt. Doch was ist bisher passiert?

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Es ist eine gemischte Bilanz, einen Monat nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Nachdem ein verheerendes Feuer am 15. April große Teile des französischen Wahrzeichens zerstört hatte, dämpfte heute der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, die Erwartungen auf rasche Fortschritte bei der Sanierung.

Bisher nur geringe Summe der zugesagten Spenden geflossen

Noch lasse sich das dafür erforderliche Budget nicht seriös abschätzen. Hinzu komme, dass von den in Aussicht gestellten Spenden erst eine geringe Summe tatsächlich geflossen sei. Als Grund verwies der Erzbischof auf laufende Debatten über die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen die Spenden getätigt werden können.

Wie die Zeitung "La Croix" unter Berufung auf die jüngsten Erhebungen berichtete, wurden bislang rund 884 Millionen Euro Spenden zugesagt, davon seien circa 38 Millionen Euro bei den vier vom Staat damit betrauten Organisationen eingegangen. Diese vier Organisationen sind die drei Stiftungen Fondation du Patrimoine, Fondation de France, Fondation Notre-Dame und das dem Kulturministerium unterstehende Centre des monuments nationaux.

Sicherungsarbeiten an Notre-Dame dauern noch Wochen

Die Sicherungsarbeiten an der Kathedrale seien nach wie vor nicht abgeschlossen, betonte Charlotte Hubert, Vorsitzende der Vereinigung der leitenden Architekten für die historisch und kulturell besonders bedeutsamen Bauwerke (Compagnie des Architectes en Chef des Monuments Historiques). Es gelte überdies, die Stabilität einzelner Gebäudeteile weiter zu prüfen, sagte die Architektin der Zeitung. Frankreichs Kulturminister Franck Riester betonte, die Arbeiten würden voraussichtlich noch "mehrere Wochen" dauern. Erst dann könne man mit dem eigentlichen Wiederaufbau beginnen.

Fünf Jahre Renovierungszeit ist "kurz, aber anspornend"

Angesichts des aktuellen Zwischenstandes nannte Architektin Charlotte Hubert die von Präsident Emmanuel Macron vorgegebene Zeit von fünf Jahren "kurz, aber anspornend". Ziel sei, dass sich die Kirche bis 2024 wieder in ihrer bekannten Silhouette präsentiere, das Dach repariert sei und dass die Menschen das Gotteshaus wieder besuchen könnten. Die Kathedrale habe ein "sehr schweres Unglück" erlitten. Aber die dabei entstandenen Schäden könne man wieder beheben, zeigte sich Hubert zuversichtlich.

Provisorische Kathedrale aus Holz geplant

Bis dahin plant Paris eine provisorische Kathedrale aus Holz auf dem Vorplatz von Notre-Dame. Das Interims-Gotteshaus soll bis zum Ende des Wiederaufbaus von Notre-Dame Gläubigen und Touristen Gelegenheit geben zu beten und mit Priestern über die teilweise zerstörte Kathedrale zu sprechen.

© BR

Am 15. April 2019 brach ein Feuer in der Pariser Kathedrale Notre Dame aus. In fünf Jahren soll die Kirche wiederaufgebaut sein. Helfen könnten dabei Laserscans der Kathedrale von Bamberger Wissenschaftlern.