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Geburten in Corona-Zeiten: Erschwerte Bedingungen | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst

Auch im Kreißsaal gelten in Corona-Zeiten die neuen Infektions-Schutzmaßnahmen. Werdenden Müttern macht das zu schaffen.

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    Geburten in Corona-Zeiten: Erschwerte Bedingungen

    Die neuen Infektions-Schutzmaßnahmen in Corona-Zeiten gelten auch im Kreißsaal. Das macht den werdenden Müttern zu schaffen. Während des gesamten Geburtsvorgangs besteht eine Maskenpflicht: also Mund-Nasen-Schutz für Frauen, Hebammen und Ärzte.

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    Geburts-Teams müssen in der Corona-Krise vorsichtiger und umsichtiger mit sich und den Schwangeren umgehen. Nicht nur bei der Voruntersuchung, sondern während des gesamten Geburtsvorgangs besteht wegen der neuen Infektions-Schutzmaßnahmen eine Maskenpflicht, sprich Mund-Nasen-Schutz für die Frauen, die Hebamme und den Arzt oder die Ärztin.

    Wehen mit Mundschutz?

    Das bringt auch die werdende Mutter Cornelia Rusche aus Landshut in Bedrängnis. In Kürze erwartet sie ihr zweites Kind. Seit Corona ist dieses Mal alles etwas anders für sie. Ihr fehlt zum Beispiel der persönliche Austausch mit anderen Bald-Müttern. Besorgt ist die 38-Jährige, wie das wohl mit Mund-Nasen-Schutz während der Entbindung gehen soll. Davor habe sie Respekt. Sie könne sich vorstellen, dass man den Mund-Nasen-Schutz im Reflex einfach runterzieht und wieder aufsetzt.

    Auf der Entbindungsstation im Klinikum Landshut wird Cornelia Rusche ihr Kind in Kürze auf die Welt bringen. Immerhin: Anders als in anderen Krankenhäusern darf hier der Partner bei der Geburt dabei sein. Woanders hätten Frauen traumatische Erlebnisse gehabt, weil die Väter nicht mit zur Geburt durften, berichtet Frauenarzt Dr. Ingo Bauerfeind. Das sei hier zum Glück anders.

    "Wenn Frauen in die Ambulanz mit Ängsten gekommen sind, konnten wir ihnen die Angst nehmen. Weil ja der Mann dabei sein darf. Er darf nicht wie früher, wenn er bei seiner Frau ist und sie begleitet, raus in den Kreißsaal, rein in den Kreißsaal, hier 'ne Cola kaufen, da 'ne Cola kaufen. Entweder er ist von Anfang bis Ende dabei. Oder er geht und wartet auf unseren Anruf zur Geburt." Dr. Ingo Bauerfeind, Frauenarzt Klinikum Landshut

    Hebammen: Besser nach individuellem Risiko vorgehen

    Der Mund-Nasen-Schutz für Gebärende im Kreißsaal sei grenzwertig. Denn durch die Atemschutzmaske werde die so wichtige Frischluftzufuhr beim Hecheln erschwert , sagt Mechthild Hofner vom Bayerischen Hebammenverband. Die Hebammen versuchen, die Frauen bei der Entbindung so gut wie möglich, auch unter erschwerten Bedingungen, zu unterstützen.

    Der deutsche Hebammenverband plädiert für eine individuelle Risikoanamnese der Gebärenden. Es sollten bei Schwangeren Abstriche auf Covid-19 gemacht werden, damit der Infektionsstatus bei oder kurz nach der Aufnahme in die geburtshilfliche Abteilung mit großer Wahrscheinlichkeit bekannt ist und entsprechend des individuellen Risikos der Betreffenden das weitere Vorgehen angepasst werden kann.

    Durch Corona lässt sich Cornelia Rusche aber nicht die Vorfreude auf ihren Nachwuchs nehmen. Es werde schon alles gut gehen, da sei sie ganz zuversichtlich.

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