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Geberkonferenz will Geld für globale Impfallianz Gavi sammeln

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Geberkonferenz will Geld für globale Impfallianz Gavi sammeln

Die britische Regierung ist heute Gastgeber eines Impfgipfels. Ziel des virtuellen Treffens ist es, ausreichend Mittel für die Arbeit der globalen Impfallianz Gavi zu sammeln. Vertreter von mehr als 50 Ländern sollen an der Konferenz teilnehmen.

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Von
  • Dietrich Karl Mäurer

Vor zwanzig Jahren taten sich öffentliche und private Geldgeber zusammen, um ein hehres Ziel in Angriff zu nehmen. Allen Kindern auf der Welt sollte der Zugang zu Impfungen gegen lebensbedrohliche Krankheiten wie Diphterie, Tetanus oder Keuchhusten ermöglicht werden.

Zu den Partnern der internationalen Impfallianz Gavi gehören die Weltgesundheitsorganisation, das Uno-Kinderhilfswerk Unicef, die Weltbank und Staaten, genauso wie Pharmafirmen und Stiftungen, allen voran die Bill & Melinda Gates Foundation, die Hunderttausende Dollar zur Verfügung stellte. Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley sagt, seit Ihrer Gründung habe die Allianz viel erreicht:

"In den letzten zwanzig Jahren ist es uns gelungen, 760 Millionen Kinder mit Impfstoffen zu versorgen (...) in Ländern, in denen sechzig Prozent der Kinder der Welt leben, und wir haben auch die Gesundheitssysteme in diesen Staaten gestärkt. Dies führte zu einem siebzigprozentigen Rückgang der durch Impfung vermeidbaren Krankheiten und dies trug bei zu einer Halbierung der Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren." Seth Berkley, Gavi-Geschäftsführer

Gavi benötigt rund 7,5 Milliarden US-Dollar

Die Allianz arbeitet eng mit Impfstoffherstellern zusammen. Das wird von Beobachtern kritisch gesehen. Doch Gavi sagt, dadurch gelingt es, die Kosten für Mittel in Entwicklungsländern niedrig zu halten. Auch müssen die Staaten, in denen die Impfungen durchgeführt werden, einen Eigenanteil leisten. Dennoch benötigt die Allianz für ihre Arbeit in den nächsten fünf Jahren eine gewaltige Menge an Geld, betont Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley vor dem heutigen Spendengipfel:

"Wir haben aufgerufen zu einer Summe von mindestens 7,4 Milliarden US-Dollar. Das würde es uns ermöglichen 300 Millionen Kinder zu impfen. Das wiederum würde zwischen sieben und acht Millionen Tote verhindern. Daher hoffen wir, dass wir das Geld zusammenbekommen." Seth Berkley, Gavi-Geschäftsführer

Konferenz wegen Corona online

Geplant war, die Geberkonferenz in London abzuhalten, doch wegen der Covid19-Pandemie findet das Treffen nun online statt. Mehr als 50 Länder haben ihre Teilnahme zugesagt. Über 25 Staats- und Regierungschefs wollen sprechen. Auch Unternehmen und Einzelspender haben die Einladung angenommen. Daher gibt sich Seth Berkley zuversichtlich, dass der benötigte Betrag zusammenkommen wird:

"Schon jetzt haben wir Dreiviertel unserer Zielsumme zusammen, denn es gab vorab Spendenzusagen, unter anderem von Deutschland. Die erste Zusage kam von Frau Merkel, während des Weltwirtschaftsforums in Davos, als sie 600 Millionen Euro versprach. Wir hoffen, dass Deutschland auf dem Gipfel nun noch 100 Millionen mehr beisteuern wird". Seth Berkley, Gavi-Geschäftsführer

Natürlich wisse er, dass es derzeit durch die Pandemie eine finanziell schwierige Zeit ist, sagt Seth Berkley. Doch gerade auch im Kampf gegen das Coronavirus sieht die Impfallianz Gavi für sich ein Betätigungsfeld, etwa wenn es um einen kostengünstigen Einkauf und eine Verteilung eines möglichen Impfstoffes geht.

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