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Die Hamas setzt ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fort, die israelische armee greift weiter Ziele im Gaza-Streifen an. In Israel kommt es erneut zu schweren Ausschreitungen zwischen arabischen und jüdischen Einwohnern.

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Gaza-Konflikt dauert an: Unruhen in Israel und im Westjordanland

Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas hält an. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht Ziele in der Stadt Gaza an, am Samstag auch ein Hochhaus mit Medienbüros. Militante Palästinenser setzten Raketenangriffe auf israelische Städte fort.

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Von
  • Tim Aßmann
  • BR24 Redaktion

Israels Armee setzt ihre Angriffe auf Ziele im Gaza-Streifen fort. Unter Anderem wurden nach Angaben des Militärs Tunnel militanter Palästinenser-Gruppen bombardiert. Außerdem versucht die Armee gezielt Kommandeure von bewaffneten Gruppen wie Hamas und dem Islamischen Dschihad zu töten.

Armee: Israel reagiert mit vorbereiteten Angriffsplänen

Israels Generalstabschef Aviv Kochavi erklärte gestern bei einem Truppenbesuch im Grenzgebiet zum Gaza-Streifen, die Armee reagiere basierend auf vorbereiteten Angriffsplänen. "Wir schlagen mit beachtlicher Härte zu. Es ist gelungen Hamas und den Islamischen Dschihad in ihrer Fähigkeit Waffen zu produzieren erheblich zurück zu werfen, so dass sie lange brauchen, um das wieder aufzubauen."

Nach Angaben der Behörden im Gaza-Streifen starben bisher 126 Menschen durch die israelischen Angriffe. Mehr als 900 wurden verletzt. Im von Ägypten und Israel abgeriegelten Gaza-Streifen haben Zivilisten kaum Möglichkeiten sich vor den Angriffen zu schützen.

Raketenangriff auf Gebäude internationaler Medien im Gazastreifen

Am Samstag griff die israelische Armee beim Beschuss des Gazastreifens auch ein Gebäude internationaler Medien an. In dem Gebäude haben unter anderen der katarische Fernsehsender Al-Jazeera und die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ihre Büros, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Nach Angaben eines AP-Journalisten wurde der Eigentümer des Hochhauses von der israelischen Armee im Vorfeld "gewarnt", dass dieses "zum Ziel wird".

Menschen im Gaza-Streifen suchen Schutz in UN-Schulen

Wie schon in vergangenen Konflikten suchen viele auch nun wieder Schutz in Schulen, die von den Vereinten Nationen betrieben werden. Eine Frau, die mit ihrer Familie in eine UN-Schule in Beit Lahia im Norden des Gaza-Streifens geflüchtet ist, erzählte der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir waren alle zusammen im Haus und die Kinder waren auch da. Auf einmal schlugen Artilleriegranaten überall in der Umgebung ein. Wo immer wir hinsahen, kamen Einschläge. Die Kinder und wir sind völlig fertig. Wir fanden keinen Schutzraum. Häuser, in denen wir sicher gewesen wären. Es war überall gefährlich. Rettungswägen kamen nicht an die Verletzten heran."

Palästinensische Gruppen schossen auch in der vergangenen Nacht Raketen auf israelische Ortschaften. Dabei gab es Verletzte. Im südisraelischen Hafen Aschdod war ein riesiger Feuerball zu sehen, als ein Treibstofflager getroffen wurde und explodierte. Dort gab es Meldungen zufolge keine Verletzten. Seit Beginn der Kämpfe am Montag starben auf israelischer Seite acht Menschen, hunderte wurden verletzt.

Medien: Chancen auf mögliche Waffenruhe steigen

Medienberichten zufolge steigen die Chancen auf eine mögliche Waffenruhe. Unter Berufung auf Vermittlerkreise wird vermeldet, dass die Hamas im Gaza-Streifen zu einem Ende der Kampfhandlungen bereit sei und Israel möglicherweise einwillige. Noch aber gehen die Kämpfe weiter. Unterdessen kam es im palästinensischen Westjordanland zu den schwersten Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften seit Jahren. Mindestens neun Palästinenser wurden getötet.

Auf libanesischer Seite der Grenze zu Israel kam es gestern zu Solidaritätsprotesten mit den Palästinensern. Eine Gruppe von Männern drang vom Libanon aus nach Israel ein und entzündete ein Feuer. Die israelische Armee schoss. Ein Mann wurde tödlich getroffen.

In Israel selbst kam es in der vergangenen Nacht erneut zu schweren Unruhen in mehrheitlich arabisch bewohnten Städten. In Lod wurde ein 15 Jahre alter arabischer Israeli von der Polizei angeschossen, nachdem er nach Polizeiangaben einen Molotowcocktail geworfen hatte.

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Die Raketenangriffe zwischen Israel und Palästinensern hören nicht auf. Seit fünf Nächten richten sie auf beiden Seiten Verwüstung und Zerstörung an. Nun schalten sich die USA ein und versuchen, in dem Konflikt zu vermitteln.

Regierungschef Netanjahu ruft zur Mäßigung auf

Zuvor war Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Lod und er rief zur Mäßigung auf. Was in Israels Städten passiere, sei besorgniserregend, so Netanjahu. Gruppen von Randalierern aus der arabischen Gesellschaft verletzten Juden, nur weil sie Juden sind: "Ich sage ausdrücklich, dass es nicht die gesamte arabische Gesellschaft ist, nicht mal die Mehrheit aber eine beachtliche Minderheit die Gewalt ausübt und unser Lebensmodell zwischen Arabern und Juden gefährdet, das wir über die Jahre aufgebaut haben. Das muss enden."

Erneut gab es auch Übergriffe arabischer Israelis auf jüdische Israelis und umgekehrt. In Jaffa wurden zwei Kinder verletzt, nachdem Brandsätze in das Haus einer arabischen Familie geflogen waren.

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Der Konflikt zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas hält an. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht mehrere Ziele im Zentrum der Stadt Gaza an. Militante Palästinenser setzten ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fort.

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