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Gabriel sieht Versäumnisse Europas im Umgang mit den USA | BR24

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Die Zeiten, in denen man die schwierigen Aufgaben den USA überlassen konnte, seien vorbei, meint Sigmar Gabriel (SPD), der neue Vorsitzende der Atlantik-Brücke. Die Veränderungen in den USA seien bisher nicht richtig zu Kenntnis genommen worden.

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Gabriel sieht Versäumnisse Europas im Umgang mit den USA

Schwierigen Aufgaben den USA überlassen? Die Zeiten, in denen das ging, seien vorbei - sagt Sigmar Gabriel. Im BR hat der frühere SPD-Chef und heutige Vorsitzende der Atlantik-Brücke klargemacht: Wir müssen uns auf ein neues Amerika einstellen.

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Der neue Vorsitzende der Atlantik-Brücke, Sigmar Gabriel (SPD), hat Europa Versäumnisse im Umgang mit den USA vorgeworfen. "Wir müssen zugeben, dass wir die Veränderungen in den USA, die seit fast dreißig Jahren im Gange sind, nicht so richtig zur Kenntnis genommen haben", sagte der frühere Außenminister im Interview mit der Bayern 2 radioWelt am Abend.

"Für die wichtigen Aufgaben hatte man die Amerikaner"

"Es war einfach super bequem für uns, wir konnten uns um uns selbst kümmern, als Deutsche und als Europäer und für die schwierigen Aufgaben hatte man die Amerikaner", sagte Gabriel. Er wurde heute als Nachfolger des CDU-Politikers Friedrich Merz zum Vorsitzenden des Vereins "Atlantik-Brücke" zur Pflege der deutsch-amerikanischer Beziehungen gewählt.

Gabriel: Europa muss sich auf neues Amerika einstellen

"Wenn es gut ging, haben wir bezahlt. Wenn es schlecht ging, haben wir gemeckert. Meistens haben wir beides gemacht." Diese Zeit sei vorbei. Europa habe lange verdrängt, dass sich die USA auf den Wettbewerb mit China konzentrieren und Europa dadurch neue Aufgaben bekommen habe.

Nötig sei es nun, sich auf ein neues Amerika einzustellen, so Gabriel. "In wenigen Jahren wird die Mehrheit der Amerikaner keine europäischen Wurzeln mehr haben. Sondern asiatische, lateinamerikanische und afrikanische." Zu diesen Menschen Kontakt aufzunehmen, sei eine Aufgabe der Atlantik-Brücke.