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Als Gegengewicht zum Einfluss Chinas in der Welt haben sich die G7-Staaten bei ihrem Treffen auf eine globale Initiative für Infrastrukturprojekte verständigt. Die Staats- und Regierungschefs wollen ärmeren Ländern Partnerschaften anbieten.

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G7 steckt Kurs gegenüber China ab - Pandemie-Plan erwartet

Die G7-Staaten haben einen weltweiten Infrastruktur-Plan zur Unterstützung ärmerer Länder beschlossen. Damit schaffen die G7-Länder eine Alternative zu Chinas "Belt and Road Initiative", der "neuen Seidenstraße".

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  • BR24 Redaktion

Die G7 ist zurück. Nach desaströsen Jahren in der Ära Trump versucht sich die westliche Wertegemeinschaft bei ihrem Gipfeltreffen in England, wieder als Einheit zu präsentieren. Dabei geht es auch darum, wie man mit der Konkurrenz mit China umgeht.

Weltweiter Infrastrukturplan für ärmere Länder

Konkret haben die G7-Staaten einen weltweiten Infrastruktur-Plan zur Unterstützung ärmerer Länder beschlossen. Interessierten Ländern solle eine "an Werten orientierte" und transparente Partnerschaft angeboten werden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Das Programm soll Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen bei ihren gewaltigen Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur unterstützen - die Rede ist von hunderten Milliarden Dollar. Klare Finanzzusagen wurden allerdings noch nicht gemacht.

Mit dem angekündigten Programm gehen die G7-Länder in Konkurrenz zu Chinas "Belt and Road Initiative", der sogenannten "Neue Seidenstraße", über die Peking Infrastrukturprojekte in dutzenden Ländern anschiebt.

Pekings Einfluss ist in den vergangenen Jahren in einigen Ländern durch Kredite und Projekte im Rahmen der "Neue Seidenstraße" gewachsen. Das Projekt löste bei regionalen Mächten und vor allem bei westlichen Nationen Besorgnis aus. Im Zuge der Initiative half China einer Reihe von Ländern, Straßen, Eisenbahnen, Dämme und Häfen zu bauen oder zu entwickeln.

Dabei investiert China auch in Staaten, die sonst nur schwer internationale Hilfe bekommen würden. Kritiker warnen arme Länder vor einer Schuldenfalle, politischen Abhängigkeiten und mangelndem Umweltschutz. Oft kommen auch nur chinesische Unternehmen zum Zuge.

  • Ende einer Dienstfahrt: Letzter G7-Gipfel für Merkel
  • Vier-Augen-Gespräche

    Am Morgen hatten sich die Staats- und Regierungschefs am Samstagmorgen im Badeort Carbis Bay teilweise unter vier oder sechs Augen getroffen. Kanzlerin Angela Merkel etwa sprach mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga sowie dem britischen Premierminister Boris Johnson, der sich zudem mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron traf.

    Gesundheitserklärung: Nie wieder Pandemie!

    Im großen Kreis stehen zudem außenpolitische Fragen auf der Gipfelagenda, bevor es am Nachmittag nochmal um Gesundheit geht. Hierzu hatte Johnson eine "Gesundheitserklärung von Carbis Bay" vorgeschlagen. Boris Johnson twitterte, dass sich die führenden Demokratien der Welt mit dieser Vereinbarung verpflichten zu verhindern, dass jemals wieder eine globale Pandemie auftritt, und sicherzustellen, dass sich die durch Covid-19 verursachten Verwüstungen nie wiederholen.

    Zu dieser Arbeitssitzung werden auch die Staats- und Regierungschefs von Australien, Indien, Südafrika und Südkorea erwartet, die Johnson als Gäste eingeladen hat.

    Brexit-Streit um Nordirland

    Im Streit um Warenkontrollen in Nordirland nach dem Brexit hat der französische Präsident Emmanuel Macron den britischen Regierungschef aufgefordert, sein Wort zu halten. Boris Johnson müsse die "den Europäern gegebenen Zusagen" einhalten, sagte Macron am Samstag nach einem bilateralen Treffen der beiden Politiker am Rande des G7-Gipfels im englischen Cornwall. Er bezog sich damit auf eine Forderung Londons, die im vergangenen Dezember unterzeichnete Brexit-Vereinbarung neu zu verhandeln.

    Das sogenannte Nordirland-Protokoll des Brexit-Vertrags soll sicherstellen, dass zwischen der britischen Provinz und dem EU-Mitglied Irland keine Zollkontrollen stattfinden. Denn diese könnten nach Einschätzung beider Seiten zu einem Wiederaufflammen des blutigen Nordirland-Konflikts führen.

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    Eine Milliarde Corona-Impfdosen für arme Länder. Das könnte ein Ergebnis des G7-Gipfels sein - gerade eben hat er im englischen Cornwall begonnen. Der Gipfel soll auch die Weichen stellen für eine stärkere transatlantische Zusammenarbeit.

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