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Bildrechte: picture alliance / empics | Aaron Chown

Eine Milliarde Corona-Impfdosen für arme Länder. Das könnte ein Ergebnis des G7-Gipfels sein. Allein die USA hatten schon 500.000 Dosen versprochen - Gastgeber Großbritannien weitere 100 Millionen.

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G7-Gipfel: Weltpolitik im beschaulichen Cornwall

Die G7 zu Gast in der englischen Provinz: Großbritanniens Premier Johnson empfängt seine Kollegen aus den sieben führenden Industrienationen dieser Welt. Wenn dort nicht gerade große Politik gemacht wird, gibt sich die Gegend eher beschaulich.

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Von
  • Thomas Spickhofen

Ein bisschen Meeresbrise, ein bisschen Sonne, ein bisschen Strand: Hier, in Cornwall, im äußersten Südwestzipfel des Landes, fünf Autostunden von London entfernt – hier machen die Briten besonders gerne Urlaub. Die ersten sind schon da, sagt Kevin, der einen Geschenkeladen in Falmouth an der Südküste betreibt.

Warten auf die Polit-Prominenz

Kevin hofft, dass nach Corona noch mehr zurückkommen, wenn auch die Parkplätze wieder frei sind. Auf denen nämlich hat im Moment das Pressezentrum des G7-Gipfels seine Zelte aufgeschlagen. Also wartet Kevin in der schnuckeligen kleinen Fußgängerzone jetzt erstmal auf Journalisten und Neugierige aus der ganzen Welt. Er sei sich nicht ganz sicher, wie es werde, sagt Kevin. Es könnte sehr voll sein, aber auch sehr ruhig, weil die Leute wegbleiben wegen all dem Rummel.

"Ich hoffe, dass wir viel ins Fernsehen kommen." Kevin, Ladenbesitzer aus Falmouth

Das funktioniert doch nicht, glaubt dagegen Percy, der vor acht Jahren von den Shetlands hoch oben im Norden nach Cornwall in den äußersten Südwesten gekommen ist. Das Geld, das da reinkomme, helfe den Leuten doch nicht. "Es wird weder bezahlbare Wohnungen gesteckt noch in unser Gesundheitssystem, um kranken Menschen zu helfen", ist Percy überzeugt.

Polizei sieht sich gut gerüstet

Die Herzkammer des Gipfeltreffens ist Carbis Bay. Der idyllische Ort mit Strand ist für diese Tage hermetisch abgeriegelt, mit einem Sicherheitsring zu Land, zu Wasser und in der Luft: Rund 6.500 Polizisten sind im Einsatz, Zäune, Straßensperren und Kontrollpunkte sind aufgebaut, Bahnhöfe geschlossen, Autos verboten, der Küstenwanderweg unterbrochen.

Ob und wo es Proteste gegen das G7-Treffen geben wird, ist nicht ganz klar. Die Kosten für die Sicherheit werden auf umgerechnet mehr als 80 Millionen Euro geschätzt. Wir sind gerüstet, erklärt Russell Dawe, Einsatzleiter von der örtlichen Polizei für Devon und Cornwall. Er bezeichnet das G7-Treffen als das größte Ereignis in England in diesem Jahr. "Eine große Operation für uns. Aber ich glaube, wir haben einen guten Plan dafür", so der Polizeichef.

Am Samstagabend will Boris Johnson mit seinen Gästen am Strand von Carbis Bay grillen. Die Wettervorhersage verspricht ihm Sonne und 18 Grad. Ins Wasser am Strandhotel sollte er allerdings nicht gehen: Das ist nämlich 12 Grad kalt.

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