Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

G7-Gipfel in Biarritz: Was sind Macrons Themen? | BR24

© BR/Marcel Wagner

In Biarritz findet von Samstag bis Montag der G7-Gipfel statt. Die Tagesordnung ist zweigeteilt. Zum einen geht es um die aktuellen Krisen und Probleme der Weltpolitik, zum anderen um die Agenda das Gastgebers. Eine Analyse.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

G7-Gipfel in Biarritz: Was sind Macrons Themen?

In Biarritz findet von Samstag bis Montag der G7-Gipfel statt. Die Tagesordnung ist zweigeteilt. Zum einen geht es um die aktuellen Krisen und Probleme der Weltpolitik, zum anderen um die Agenda das Gastgebers. Eine Analyse.

Per Mail sharen
Teilen

Im Vorfeld des G7-Gipfels in Biarritz hat die PR-Abteilung des französischen Präsidialamtes kräftig die Werbetrommel gerührt. Mit einem eigenen Video, konzipiert für die sozialen Medien, versuchte sie für den nahenden G7-Gipfel Begeisterung zu wecken. Über bunte, bewegende Bilder von Menschen aus der ganzen Welt und Musik, die offenbar die Dringlichkeit unterstreichen sollte, schnitt sie Botschaften zusammen, die Präsident Emmanuel Macron in einer Rede vor der UN-Vollversammlung an die Welt gesandt hatte:

"Wir müssen eine Antwort finden auf die Erwartungen der jungen Menschen. Wir schulden allen Frauen eine Antwort, die schlechter bezahlt werden als Männer. Wir schulden den 783 Millionen Menschen eine Antwort, die unterhalb der Armutsgrenze leben, denen, die unter Hunger, chronischer Mangelernährung leiden, denen, die keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung haben.“ Emmanuel Macron

Macrons Ziel: Kampf gegen die Ungleichheit in der Welt

Insgesamt ist der Clip fast zwei Minuten lang. Er umreißt das, was Präsident Macron zum großen Ziel dieses G7-Gipfels in Biarritz erklärt hat: Den Kampf gegen die Ungleichheit dieser Welt! Egal ob es die Außen- oder Innen, die Gesundheits-, die Umwelt-, Bildungs- oder Finanzminister waren, die sich zur Vorbereitung des Gipfels in Frankreich getroffen hatten: Ungleichheit und was man dagegen tun, kann stand immer ganz weit oben auf der Agenda.

Oft hatten die französischen Gastgeber zu den Ministertreffen auch Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen - etwa von Nicht-Regierungsorganisationen. Sie sollten den Delegationen Lösungsbeispiele vorstellen. Etwa wie Mädchen in Entwicklungsländern besseren Zugang zu Bildung bekommen können. Oder wie der Kampf gegen den Klimawandel intensiver geführt werden kann, um die Folgen für die ohnehin oft armen Länder in den Griff zu bekommen. Zum Gipfel selbst sind Vertreter mehrerer solcher Länder – Ruanda, dem Senegal oder Burkhina Faso – persönlich eingeladen worden.

"Die Zeit, wo ein Club reicher Länder alleine die Geschicke der Welt definieren kann, sind lange vorbei. Heute müssen wir die tiefliegenden Ursachen unserer Ungleichheiten bekämpfen!" Emmanuel Macron in dem Werbevideo

Kaum konkrete Zusagen der reichen G7-Länder

Schaut man sich die Ergebnisse der Ministertreffen an, die am Ende des Gipfels in die Abschlusserklärung einfließen könnten, so ist von den Ambitionen zwar einiges zu spüren, wirklich konkrete, neue Zusagen der reichen G7-Länder sind in Sachen "Kampf gegen Ungleichheit" allerdings kaum zu finden.

Andere Themen wohl vorrangig

Und auf dem Gipfel selbst? Da werden wohl ohnehin andere, drängende Krisen im Vordergrund stehen: Der Atomstreit mit dem Iran, die Kriege in Syrien, der Ukraine oder Libyen oder die Handelseskapaden von US-Präsident Trump. Die Lösungschancen sind eher gering!

Immerhin beim Kampf gegen den Klimawandel – sozusagen das Mischthema aus Kampf gegen Ungleichheit und aktueller Krise, erhoffte sich Gastgeber Macron bei seiner Rede vor der UN konkrete Fortschritte.

"Wir werden beim G7-Gipfel daran arbeiten, dass die Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens noch einmal nach oben geschraubt werden. Und wenn eines der Mitglieder nicht voranschreiten will, gehen wir trotzdem voran." Emmanuel Macron

Diese Botschaft war seinerzeit natürlich klar an US-Präsident Trump gerichtet. Allerdings zeigen aktuelle Analysen, dass Frankreich selbst nicht einmal seine bisher erklärten Klimaziele einhält. Ob die anderen G7-Partner da in Biarritz tatsächlich ihre Ziele konkret nach oben schrauben werden, darf also bezweifelt werden.