Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

G7-Gipfel: Trump lobt das Treffen mit Macron | BR24

© ARD

In Biarritz hat am Samstagabend mit einem gemeinsamen Abendessen der Staats- und Regierungschefs der G7-Gipfel begonnen. Das Wetter ist traumhaft, doch der Himmel im übertragenen Sinne wolkenbehangen. Große Einigkeit ist jedenfalls nicht abzusehen.

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

G7-Gipfel: Trump lobt das Treffen mit Macron

In Biarritz hat am Samstagabend der G7-Gipfel begonnen. Zuvor hatte es schon Einzelgespräche gegeben - zum Beispiel zwischen US-Präsident Trump und Frankreichs Staatschef Macron. Trump äußerte sich danach sehr zufrieden.

2
Per Mail sharen
Teilen

Aus dem Umfeld von US-Präsident Trump hieß es, er wolle die Gipfelteilnehmer dazu auffordern, die schwächelnde globale Konjunktur zu stärken. Schon im Vorfeld hatte Trump die Sparpolitik einiger Staaten kritisiert. Die Vertreter der übrigen G7-Staaten wollen Trump dazu drängen, grundsätzlich von Strafzöllen abzusehen. Gestern Nachmittag hatte sich der US-Präsident mit dem französischen Staatschef Macron zu einem Vier-Augen-Gespräch getroffen. Trump sprach anschließend vom besten Treffen, das Macron und er bisher gehabt hätten.

Heute geht es um den Handelsstreit der USA mit EU und China

Am Rande des Gipfels finden heute weitere bilaterale Gespräche statt. Unter anderem trifft sich Trump mit dem britischen Premier Johnson. Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten setzen am Vormittag ihre Beratungen fort. Am zweiten Tag des Treffens im französischen Biarritz dürfte der Handelsstreit der USA mit China und Europa im Vordergrund stehen.

Macron begrüßt Trump als "ganz besonderen Gast"

So richtig war es Emmanuel Macron nicht anzusehen: Meinte er es nun von Herzen? Oder musste er sich beim höflichen Begrüßungsplausch vor den Journalisten auf die Zunge beißen? Einen wirklich lockeren Eindruck machte Frankreichs Präsident jedenfalls nicht, als er am Samstagmittag mit seinem US-Kollegen Donald Trump in Biarritz zum Essen verabredet war.

"Ich begrüße Mister President und seine Frau. Wir sind stolz und froh, sie hier in Biarritz beim G7-Gipfel haben. Ich bin sehr froh, sie sind ein ganz besonderer Gast für uns." Emmanuel Macron

Zumindest Letzteres dürfte zu 100 Prozent stimmen. Ein besonderer Gast, der ist Donald Trump garantiert auch bei diesem Gipfel wieder. Noch bevor er überhaupt nach Frankreich abgeflogen war, hatte der US-Präsident nicht nur die internationalen Märkte, sondern auch die französischen Gipfelgastgeber in Wallung versetzt. Per Twitter hatte er angekündigt, die Strafzölle gegen China um dutzende Milliarden anzuheben. Und dem G7-Gastgeber, dessen angekündigte Steuer für große Internetunternehmen Trump ein Dorn im Auge ist, drohte er, französische Weine so zu besteuern, wie sie es noch nie gesehen hätten. Die Zeichen stehen also auf Sturm, das konnte auch Macron nicht leugnen. Und rührte trotzdem via Fernsehansprache bei seinen Landsleuten am Mittag noch einmal die Werbetrommel für diesen Gipfel:

"Dieses Treffen ist nützlich und wichtig. Ansonsten würde jeder sich verleiten lassen, nur seinen Weg zu gehen. Wir würden uns auseinanderdividieren lassen. Ich glaube, was von uns erwartet wird, ist, dass wir uns koordinieren, gemeinsam nützlich handeln." Emmanuel Macron

Merkel: Amazonas-Brände weit oben auf der Tagesordnung

Probleme gibt es zweifellos genug. Neben die vielen schwelenden Krisen - den Atomstreit mit dem Iran, Kriege in Syrien, Libyen, der Ukraine, den Brexit oder den Handelsstreit - treten auch noch drängende aktuelle Fragen. Die Brände im Amazonasgebiet etwa. Hier hatte sich Macron am Freitag mit Brasiliens Präsident Bolsonaro einen Streit über Twitter geliefert. Macron witterte gezielte Untätigkeit bei der Brandbekämpfung, Bolsonaro koloniales Gehabe und verbat sich die Einmischung. Trotzdem werde das Thema weit oben auf der Tagesordnung landen, versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz vor Abflug nach Frankreich. Und versuchte eine Brücke zu bauen, zwischen Biarritz und Brasilien:

"Wir werden uns damit beschäftigen, wie wir hier unterstützen und helfen können und einen klaren Aufruf dazu senden, dass alles getan werden muss, damit der Regenwald aufhören muss zu brennen." Angela Merkel

Frankreich hofft, dass Deutschland von radikaler Sparpolitik abrückt

Mittlerweile ist die Kanzlerin ebenfalls in Biarritz gelandet. Vor dem gemeinsamen Abendessen, bei dem es gleich ans Eingemachte, nämlich die internationalen Krisen gehen sollte, stand ein kurzes Treffen mit Präsident Macron auf dem Programm. Der hatte Donald Trump zuvor angedeutet, dass er dessen Drängen, die Staaten sollten mehr tun, um die Weltwirtschaft anzukurbeln, gut verstehen könne. Möglich, dass selbst der französische Präsident auf ein Zeichen hofft, dass Deutschland von seiner radikalen Sparpolitik etwas abrücken könnte. Denn diese Sparpolitik halten insgeheim wohl viele Partner bei diesem Gipfel für eine Wachstumsbremse. Gemütlich dürfte der Verhandlungsmarathon für die Kanzlerin daher nicht werden. Allerdings neigt sie mit ihrer Erfahrung vieler solcher Gipfel bekanntlich nicht unbedingt dazu, sich durch Drängen oder gar Provokationen aus der Ruhe bringen zu lassen.

Tausende Gegner des G7-Gipfels demonstrieren in Südfrankreich

Kurz vor Beginn des G7-Gipfels in Südfrankreich haben mehrere tausend Globalisierungskritiker gegen das Treffen demonstriert. Es war die einzige genehmigte Kundgebung. Zwischenfälle gab es laut Polizei dabei nicht.