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G20-Gipfel in Osaka: Gemischte Bilanz am ersten Tag | BR24

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In Japan hat der G20-Gipfel begonnen, das Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Vor allem bei den Themen Handel und Klima zeigen sich die immer tieferen Gräben, die zwischen den USA, Europa und einigen anderen Ländern liegen.

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G20-Gipfel in Osaka: Gemischte Bilanz am ersten Tag

In Osaka hat der G20-Gipfel begonnen. Freier Handel und Klimaschutz sind diffizile Themen - und ob es morgen eine gemeinsame Abschlusserklärung geben wird, ist nach dem ersten Tag offen. Kanzlerin Merkel präsentiert sich immerhin in guter Verfassung.

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Beim G20-Gipfel der wichtigsten Wirtschaftsmächte in Osaka sind freier Handel und Klimaschutz besonders schwierige Themen. Deshalb ist nach dem ersten Gipfeltag auch noch unklar, ob es morgen eine von allen getragene Abschlusserklärung geben wird.

Merkel präsentiert sich in guter Form

Die gute Nachricht vorweg: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den ersten Gipfeltag in Osaka ohne Anzeichen gesundheitlicher Probleme absolviert. Und das, obwohl sie nach langem Flug neben dem offiziellen Gipfelprogramm noch mehrere bilaterale Gespräche mit anderen Regierungschefs führte. Der erneute Zitteranfall der Kanzlerin war am Rande des Gipfels unter den Delegierten und bei den Journalisten aus aller Welt Gesprächsthema. Merkel selbst äußerte sich nicht dazu.

Die Kanzlerin positioniert sich gegen Protektionismus

Die Kanzlerin beschränkte sich auf ein Statement zur Bilanz des ersten Gipfeltages, ohne anschließend Fragen zu beantworten. Bei den Themen regulierter Online-Handel und gerechtere Besteuerung international tätiger Internet-Konzerne sagte Merkel, sei man sich weitgehend einig gewesen. Beim Streitthema Protektionismus habe sie sich für freien Welthandel und eine Reform der Welthandelsorganisation WTO eingesetzt:

"Wir haben eine Vielzahl von bilateralen Handelsabkommen und wünschen uns, dass am Rande dieser Konferenz auch die Gespräche zwischen China und den USA zu Erfolgen führen." Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin

Alles wartet auf das Treffen zwischen Trump und Xi

Ob es allerdings in der Abschlusserklärung von Osaka zu einem Bekenntnis gegen Protektionismus kommt, ist nach wie vor offen. US-Präsident Trump, der Zölle gerne als Druckmittel gegen andere Länder einsetzt, bremst hier. Viel hängt auch vom Verlauf des bilateralen Gesprächs am Samstag zwischen Trump und Chinas Präsident Xi ab. Je nach Verlauf dieses Gesprächs will Trump entscheiden, ob er schon bald 25 Prozent Zoll auf alle Produkte aus China verhängt oder ob die seit Mai unterbrochenen Verhandlungen der beiden wichtigsten Wirtschaftsmächte wieder aufgenommen werden.

Der US-Präsident lobt seine Freundin Angela

Begonnen hatte der erste Gipfeltag mit einem bilateralen Treffen zwischen Trump und Merkel. Trump war dieses Mal voll des Lobes über Merkel:

"Es ist großartig, Kanzlerin Merkel zu treffen. Sie ist eine großartige Freundin von mir. Und sie ist eine fantastische Person, eine fantastische Frau. Vielen Dank, Angela!" Donald Trump, US-Präsident

Trotz der netten Worte - die Atmosphäre zwischen Trump und Merkel blieb kühl. Zu unterschiedlich sind die Positionen etwa zur aktuellen Iran-Krise:

"Die Frage, wie kann man hier in einen Verhandlungsprozess kommen, was ich sehr stark befürwortet habe. Aber das ist natürlich nach wie vor eine sehr angespannte Situation." Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin
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Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump haben sich am Rande des G20-Gipfels über eine Reihe internationaler und bilateraler Themen ausgetauscht. Die Statements der beiden vor dem Treffen:

Beim Klimaschutz steht Washington auf der Bremse

Ein Konflikt zeichnet sich auch beim Thema Klimaschutz ab. Die Europäer verständigten sich auf eine rote Linie. Auf keinen Fall soll die Abschlusserklärung von Osaka hinter der G20-Erklärung von Buenos Aires zurückbleiben. Genau das aber versucht die US-Regierung zu erreichen. Noch dazu wollen die USA weitere Länder wie Brasilien oder die Türkei auf ihre Seite ziehen.

Die meiste Zeit nahm sich der US-Präsident für sein bilaterales Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Ob er endlich die Einmischung Russlands in die US-Wahl ansprechen werde, wollte ein Reporter von Trump im Beisein Putins wissen. Trumps Antwort - zu Putin gewandt, aber eher halbherzig und genervt: "Mischt Euch bitte nicht in die Wahl ein!" Dann betonte Trump, er freue sich auf die Begegnung mit Putin:

"Aus dieser Beziehung werden sich viele positive Dinge entwickeln." Donald Trump, US-Präsident