Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin war wegen der jüngst in Kraft getretenen US-Strafzölle im Kreis seiner Ministerkollegen weitgehend isoliert.
Sechs gegen einen
So berichtete der französische Finanzminister Bruno Le Maire berichtete von "angespannten und schwierigen" Gesprächen. Le Maire sprach von einer "G6"-Gruppe, die dem siebten Land, den USA, in Whistler eine gemeinsame Botschaft mit Blick auf die US-Strafzölle mitgegeben hätten: "Wir sind bereit zu reagieren, aber wir bevorzugen einen anderen Weg."
Ultimatum an Trump
Le Maire forderte die US-Regierung auf, "in den kommenden Tagen und Stunden" ein positives Signal an die G7-Partner zu senden, um eine Eskalation im Handelsstreit abzuwenden. "Es liegt nun an der US-Regierung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Lage zu beruhigen und die Schwierigkeiten auszuräumen", sagte Le Maire in Whistler. Die Zeit dränge: "Ich spreche hier nicht über die kommenden Wochen", stellte er klar.
Strafzölle zentrales Thema
Bei dem Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) im kanadischen Wintersportort Whistler waren die Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte ein zentrales Thema. Die USA standen hier isoliert im Kreis der anderen G7-Staaten, die eine Verschärfung der Lage bis hin zu einem Handelskrieg verhindern wollen.
Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, die EU und die beiden US-Nachbarländer Kanada und Mexiko aber zunächst davon ausgenommen. Am Donnerstag hatte die US-Regierung dann angekündigt, ab Freitag doch Strafzölle zu erheben.
Die Europäer legten daraufhin am Freitag bei der WTO offiziell Beschwerde ein und trieben die Vorbereitung von Gegenzöllen auf US-Waren voran. Kanada reagierte ähnlich.