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Fußball und Corona: Wann dürfen die Fans zurück in die Stadien? | BR24

© picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Nur das Team schaut zu: Eine Szene aus dem Geisterspiel FC Bayern München gegen FC Chelsea in der Champions League

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    Fußball und Corona: Wann dürfen die Fans zurück in die Stadien?

    Die Deutsche Fußball Liga will wieder Fans bei den Spielen haben und hat dafür ein Konzept vorgelegt – entscheiden aber muss die Politik. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten darüber. Wissenschaftler sehen das DFL-Konzept kritisch.

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    Wegen der Corona-Pandemie sind bis Ende Oktober bundesweit Großveranstaltungen verboten. Zumindest wenn die Veranstalter nicht gewährleisten können, dass die Hygieneregeln eingehalten werden und man die Kontakte nachvollziehen kann. Es sind also Ausnahmen von dem Verbot möglich – und hier setzt die Deutsche Fußball Liga an. Ihr Konzept soll ein Ende der "Geisterspiele" vor leeren Rängen ermöglichen. Es sieht vor, weder Stehplätze noch Alkohol zuzulassen, die Kontaktdaten der Besucher zu sammeln und keine Karten für Gästefans auszugeben. Erste Reaktionen von Bundesgesundheits- und Innenministerium waren zumindest wohlwollend.

    Länder-Gesundheitsminister: Thema hat keine Priorität

    Ganz andere Töne hört man aus den Reihen der Gesundheitsminister aus den Bundesländern. Da stehen die Zeichen auf Zurückhaltung. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Senatorin Dilek Kalayci (SPD), sagte der "Berliner Morgenpost", ihrer Einschätzung nach stehe "der Profifußball auf der Prioritätenliste der Minister nicht ganz oben". Kalaycis Kollege aus Nordrhein-Westfalen, der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, hatte zuvor gemahnt, der Gesundheitsschutz habe oberste Priorität. Er könne sich nur sehr schwer vorstellen, wie man bei Bundesligaspielen das "Infektionsrisiko auf ein vertretbares Maß" reduzieren könne.

    Ähnlich äußerste sich jetzt auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Ich kann es mir nicht vorstellen und bin da außerordentlich skeptisch", sagte der CSU-Vorsitzende am Montag nach einer Kabinettssitzung in Nürnberg zur Rückkehr von Fans in die Stadien. Er sprach von einer "verheerenden Signalwirkung für die Gesellschaft".

    Was ist mit der Emotion beim Torjubel?

    Der Ärzteverband Marburger Bund kann den Wunsch der DFL nachvollziehen, hat aber große Bedenken. Verbands-Vorsitzende Susanne Johna hält das DFL-Konzept für "unrealistisch". Johna sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", auch sie vermisse es, Fußball-Spiele im Stadion zu sehen. Aber schon ein einziger Infizierter unter den Fans könne dazu führen, dass sich das Virus "wie ein Lauffeuer" ausbreite. Die Gefahr von Massenansteckungen sei real. Die Annahme, dass alle sitzen bleiben, wenn ein Tor fällt, aber nicht: "Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona".

    Hygiene-Konzept der DFL

    Die 36 Profi-Clubs der Deutschen Fußball Liga DFL haben folgendes Konzept vorgelegt: Über personalisierte Tickets sollen die Kontaktdaten der Besucher gespeichert werden. Die Flächen mit den Stehplätzen sollen frei bleiben oder auf Sitzflächen umgerüstet werden. Es soll kein Kartenkontingent für die Gäste-Mannschaft geben, damit sich deren Fans nicht zusätzlich auf Reisen machen. Und: Es wird kein Alkohol ausgeschenkt – zunächst bis Ende Oktober. Unklar ist, wie man mit Fans umgehen will, die schon alkoholisiert ins Stadion wollen.

    In der Bundesliga und der 2. Liga soll am dritten Septemberwochenende wieder gespielt werden. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hält dabei drei Szenarien für denkbar: Spiele ganz ohne Zuschauer, mit wenigen Zuschauern oder "mit ein bisschen mehr Zuschauern".

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