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Fünffachmord von Kitzbühel: Lebenslange Haft für Angeklagten | BR24

© picture alliance/APA/picturedesk.com

Nach dem Fünffachmord in Kitzbühel wurde der 26-jährige Täter verurteilt.

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    Fünffachmord von Kitzbühel: Lebenslange Haft für Angeklagten

    Das Landesgericht Innsbruck hat einen 26-Jährigen wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen, dass der Österreicher seine Ex-Freundin, deren Eltern und Bruder sowie einen 24-Jährigen erschossen hat.

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    Schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte. Eine Corona-Maske dient dem Angeklagten im Blitzlichtgewitter der Fotografen auch als kleiner Schutz vor zu viel Neugierde. 26 Jahre ist er alt und hat zugegeben, eine wohl unerträgliche Schuld auf sich geladen zu haben. Er wünsche sich so sehr, dass ihn jemand aufgehalten hätte in jener Nacht, sagte er am Mittwoch vor dem Landesgericht Innsbruck.

    Lebenslang für Fünffach-Mord

    Wegen fünffachen Mordes verurteilt ihn das Gericht erwartungsgemäß zu lebenslanger Haft. Bei guter Führung und Prognose kann er damit frühestens nach 15 Jahren auf Freilassung hoffen. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.

    Komplexe "emotionale Überforderung"

    Aufgrund seines Geständnisses und der Spuren am Tatort bestand von Anfang an kein echter Zweifel an der Schuld des Angeklagten. In den frühen Morgenstunden des 6. Oktober 2019 erschoss er seine 19-jährige Ex-Freundin, deren Vater, deren Mutter, deren Bruder und einen Freund der 19-Jährigen in einem Einfamilienhaus im Wintersportort Kitzbühel. Beim Motiv spielten Eifersucht, Enttäuschung und emotionale Überforderung eine Rolle. Eifersucht allein sei es nicht gewesen, sagt seine Verteidigerin zum Auftakt: "Es ist viel komplexer."

    Ursprünglich war die Hochzeit mit der Ex-Freundin geplant

    Der Beschuldigte habe ein ausgeprägtes Bedürfnis, seinen Platz bei jemandem zu finden, erklärt eine Gutachterin. Die Beziehung zu seiner Ex-Freundin sei einer der wesentlichsten stabilisierenden Faktoren in seinem Leben gewesen. Durch die Zurückweisung sei sein gesamtes Beziehungsgeflecht zusammengebrochen. Dennoch habe der Angeklagte gewusst, was er tut - und er hätte anders handeln können.

    Täter war geschockt von der Trennung

    Die Freundin des Angeklagten hatte die mehrjährige Beziehung einige Monate vor der Tat beendet. Der Schock saß offenbar tief. Zeitweilig war der Kontakt zur Familie so eng, dass der heute 26-Jährige sogar unter der Adresse seiner späteren Opfer gemeldet war.

    Nach früheren Aussagen der Mutter des Angeklagten war bis kurz vor der Trennung eigentlich eine Hochzeit geplant. Der Angeklagte, Arbeiter bei einer Baufirma, war bei den Ermittlungen von den Kollegen als "ordentlich, ruhig und zurückhaltend" beschrieben worden. In der Nacht zum 6. Oktober 2019 überstürzten sich die Ereignisse. Die beiden Ex-Partner trafen sich zufällig in einem Lokal in Kitzbühel. Der Polizei zufolge wurde gestritten, aber der Disput nahm keine dramatischen Formen an.

    Mehrfaches Auftauchen am Anwesen der Familie

    Umso Schlimmeres folgte: Mehrfach fuhr der 26-Jährige in den frühen Morgenstunden zu dem ihm vertrauten Anwesen. Nach seiner Aussage wiesen ihn der Vater und der Bruder seiner Ex-Freundin ab. Dann bewaffnete er sich. Aus dem Safe seines im Ausland lebenden Bruders nahm er eine Pistole vom Kaliber neun Millimeter. Er griff sich einen Baseballschläger und ein Messer.

    Tat schockierte Österreich

    Nach der Tat stellte sich der junge Mann bei der Polizei. Die in dem 8.000-Einwohner-Ort beispiellose Tat schockierte ganz Österreich. 340 Menschen aus dem Ort suchten nach dem blutigen Geschehen psychologische Hilfe beim Krisen-Interventionsteam.

    Sein Tun könne er sich nicht erklären, sagt der 26-Jährige im Prozess. Das Geschehen verfolge ihn. Die Familie des 26-Jährigen wird in Kitzbühel nach Aussage von Bürgermeister Klaus Winkler nicht ausgegrenzt. Sie habe nach der Tat und bis heute Beistand und Hilfe erfahren und sei Teil der Gemeinschaft.

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