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Tote Kinder in Solingen: Haftbefehl gegen Mutter wegen Mordes | BR24

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Fünf tote Kinder in Solingen - Mordkommission ermittelt

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Tote Kinder in Solingen: Haftbefehl gegen Mutter wegen Mordes

Nach der Tötung von fünf Kindern in Solingen hat ein Richter Haftbefehl gegen die Mutter erlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl wegen Mordes beantragt. Ermittlern zufolge sind die Kinder vermutlich erstickt.

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  • BR24 Redaktion

Im Falle der fünf toten Kinder in Solingen hat ein Richter jetzt Haftbefehl gegen die 27-jährige Mutter erlassen. Das sagte heute Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt. Die Staatsanwaltschaft hatte den Haftbefehl wegen fünffachen Mordes beantragt.

Obduktion: Kinder vermutlich erstickt

Ermittlern zufolge wurden die Kinder vermutlich erstickt. Es gebe auch Hinweise, dass sie sediert worden seien, sagte Staatsanwalt Kaune-Gebhardt, ohne Details zu nennen. Das habe die Obduktion der Leichen ergeben.

Die Leichen der fünf Kinder waren am Donnerstag entdeckt worden. Die Mutter war nach Angaben der Polizei nicht in der Wohnung. Sie habe sich etwa eine Viertelstunde, bevor die toten Kinder entdeckt wurden, am Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und werde schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Die Großmutter hatte die Polizei per Notruf nach einem Kontakt zu ihrer Tochter alarmiert. Ob die verletzte Mutter nun in ein Justizvollzugskrankenhaus kommt, ist nach Angaben des Staatsanwalts noch ungewiss.

Obduktion soll Todesursache der Kinder klären

Eine Mordkommission ermittelt. Die Todesursache der Kinder werde im Rahmen der Ermittlungen und einer Obduktion geklärt, teilte die Polizei mit. Die getöteten Kinder sind drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren.

Ein weiteres Kind, ein elf Jahre alter Junge, hatte die Mutter zunächst zum Hauptbahnhof in Düsseldorf begleitet. Dann fuhr das Kind alleine weiter zu einer Großmutter nach Mönchengladbach. "Er befindet sich im sicheren Familienumfeld", erklärte die Polizei.

Stille Trauer vor dem Mehrfamilienhaus

Am Donnerstagabend versammelten sich viele Menschen vor dem Mehrfamilienhaus, in dem immer noch Ermittler waren. Nachbarn stellten Kerzen auf, sie legten Blumen und ein Kuscheltier als Zeichen der Trauer ab. Gegen Mitternacht wurden die Leichen der Kinder abtransportiert. Am frühen Freitagmorgen waren kaum noch Menschen vor Ort. Die Polizei baute die Absperrungen um das Haus in Solingen-Hasseldelle zurück.

Die Polizei hat inzwischen Kontakt zum Vater. Weitere Angaben machte die Polizei bisher nicht. Die Mutter kann derzeit aufgrund ihres lebensbedrohlichen Zustands nicht vernommen werden.

Solingens Oberbürgermeister sichtlich schockiert

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. "Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat", sagte Kurzbach. Er wolle ein kurzes Gebet sprechen. Am Abend gab es eine Schweigeminute vor dem Haus.

Auch Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich erschüttert gezeigt: "Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden."

Kriminalexperte: Tat als Ausdruck von Hilf- und Perspektivlosigkeit

Der Fall deutet nach Ansicht des Kriminalexperten Axel Petermann auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hin. Mögliche Warnzeichen für die Tat seien zudem womöglich wegen der Coronavirus-Pandemie nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur. So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten.

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