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Fünf-Punkte-Plan gegen Plastikmüll | BR24

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Kaffee aus dem To-Go-Becher, Obst und Gemüse in Plastik verpackt - damit soll bald Schluss sein in Deutschland. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat heute einen entsprechenden Maßnahmenkatalog in Berlin vorgestellt.

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Fünf-Punkte-Plan gegen Plastikmüll

Kaffee aus dem To-Go-Becher, Obst und Gemüse in Plastik verpackt – damit soll bald Schluss sein in Deutschland. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat heute einen entsprechenden Maßnahmenkatalog in Berlin vorgestellt.

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Ein Wal wird tot an die indonesische Küste gespült, in seinem Magen werden fast sechs Kilogramm Plastik gefunden. Diese Nachricht aus der vergangenen Woche hätte sie sehr schockiert, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) heute Morgen in Berlin. Auch wir in Deutschland trügen Verantwortung dafür, etwas gegen die Vermüllung durch Plastik zu tun.

„Wir produzieren in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft bislang viel zu viel Plastik.“ Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin

„Nein zur Wegwerfgesellschaft“

Denn Deutschland ist Europameister bei Verpackungsmüll – und etwa ein Viertel davon ist Plastikmüll. Unter dem Motto „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ präsentierte die Bundesumweltministerin heute einen Fünf-Punkte-Plan für mehr Recycling und weniger Plastikmüll.

Demnach unterstützt die Bundesregierung unter anderem ein europaweites Verbot von Einwegartikeln wie Strohhalmen und Plastiktellern und internationale Initiativen zur Bekämpfung von Plastik im Meer. In Deutschland soll eine Reihe von freiwilligen und gesetzlichen Maßnahmen dafür sorgen, dass die Recyclingquote steigt und überflüssige Plastikverpackungen vermieden werden.

Freiwillige Selbstverpflichtung im Handel

So soll sich der Handel zum Einen selbst dazu verpflichten, Plastikverpackungen beispielsweise bei Obst und Gemüse zu reduzieren. Gutes Beispiel dafür, dass dies klappen kann, sei die Vereinbarung zu Plastiktüten aus dem Jahr 2016. Seitdem sei der Verbrauch von Plastiktüten bereits um zwei Drittel zurückgegangen. Außerdem soll der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika bis 2020 gestoppt werden. Annalena Baerbock, Parteivorsitzende der Grünen, hält eine freiwillige Selbstverpflichtung für unzureichend und fordert eine Plastiksteuer.

Anreiz zur umweltfreundlichen Verpackungsherstellung

Das Bundesumweltministerium ist gegen eine Plastiksteuer und setzt stattdessen auf finanzielle Anreize für Hersteller von ökologischen Verpackungen. Wer besonders umweltfreundliche Verpackungen herstellt, die sich recyceln lassen oder aus recyceltem Material bestehen, soll ab Januar weniger für die Lizenzentgelte an die Dualen Systeme zahlen.

Recyclingquote deutlich erhöhen

Außerdem sieht das neue Verpackungsgesetz vor, dass wesentlich mehr Kunststoffverpackungen recycelt werden sollen. So soll die Recyclingquote von aktuell 36 Prozent bis zum Jahr 2022 schrittweise auf 63 Prozent steigen. Dass diese Quoten eingehalten werden, müssen die Dualen Systeme für alle bei ihnen lizensierten Verpackungen nachweisen.

Letztlich liege es aber auch bei den Verbrauchern selbst, ihr Konsumverhalten zu verändern. Damit es Verbrauchern leichter gemacht wird, Plastikmüll zu vermeiden, will die Bundesregierung zum Beispiel öffentliche Wasserspender fördern, an denen Mehrwegflaschen aufgefüllt werden können.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Kunststoffverpackungen bei Obst und Gemüse soll es in deutschen Supermärkten bald nicht mehr geben, wenn es nach Bundesumweltministerin Schulze geht. Sie will den Plastikmüll reduzieren. Dafür hat sie einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt.