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Fünf Deutsche in der Türkei festgenommen | BR24

© picture alliance / Klaus Ohlenschläger

Symbolbild: Stacheldraht mit Schatten vor einer türkischen Flagge

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    Fünf Deutsche in der Türkei festgenommen

    In der Türkei sind fünf deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Das berichtete die pro-kurdische Nachrichtenagentur Mezopotamya. Laut Auswärtigem Amt in Berlin werden die Festgenommenen von der deutschen Botschaft in Ankara konsularisch betreut.

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    In der Türkei sind im Laufe der Woche insgesamt fünf deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. Zu den fünf zählt auch eine 58 Jahre alte Erzieherin aus Hamburg, deren Fall bereits am Freitag bekannt geworden war. Nach Angaben der Kurdischen Gemeinde Hamburg ist sie die Ehefrau des Gemeindevorsitzenden. Sie sei zu Besuch bei Verwandten in Diyarbakir im Südosten der Türkei gewesen und von der Polizei am Flughafen festgenommen worden. Die Betroffenen werden nach Angaben aus dem Außenamt konsularisch betreut. Zu den anderen Festgenommenen wurde nichts bekannt.

    Vorwurf: Kontakt zu illegalen Organisationen

    Informationen der pro-kurdischen Agentur Mezopotamya zufolge werden sie unter anderem verdächtigt, einer illegalen Organisation anzugehören. Dabei handelt es sich vermutlich um die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die von Ankara, den USA und der EU als Terrororganisation betrachtet wird.

    Einen Zusammenhang zwischen den Festnahmen und dem Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Ankara diese Woche gab es laut Bundesinnenministerium nicht. Dieses Thema sei bei dem Besuch nicht zur Sprache gekommen, sagte ein Ministeriumssprecher.

    Auswärtiges Amt warnt vor kritischen Beiträgen in sozialen Medien

    In der Vergangenheit waren immer wieder deutsche Staatsangehörige bei Türkei-Besuchen wegen kritischer Äußerungen unter dem Vorwurf der "Terrorpropaganda" festgenommen worden. Das Auswärtige Amt warnt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zur Türkei ausdrücklich davor, kritische Beiträge in Online-Netzwerken zu veröffentlichen:

    "Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger erfolgten vielfach in Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ausreichend ist im Einzelfall das Teilen oder 'Liken' eines fremden Beitrags entsprechenden Inhalts."