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Friedhof-Cafes bald auch in Bayern | BR24

© BR / Johannes Reichart

Eingang des Friedhofscafé Strauss in Berlin auf dem Friedrichwerderschen Friedhof

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    Friedhof-Cafes bald auch in Bayern

    Bisher erlaubten Behörden das nicht, doch das Denken wandelt sich. Über Jahrhunderte war der Friedhof ein sozialer Treffpunkt, an dem man sich mit Freunden getroffen hat. Eine Tradition, die jetzt wiederbelebt wird.

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    Auf dem Friedrichwerderschen Friedhof in Berlin bewirtet das Ehepaar Martin und Olga Strauß seit 2012 ein Cafe direkt auf dem Friedhof, in der alten Leichenhalle. Gepachtet haben sie es bei der evangelischen Kirche, die das Projekt unterstützt und mühselig die Genehmigungen einholte.

    Die Wiederentdeckung des Leichenschmauses

    Für den Kulturwissenschaftler Norbert Fischer von der Universität Hamburg sind Friedhofscafes, eine Wiederentdeckung des traditionellen Leichenschmauses:

    "Nach der Bestattung traf man sich noch einmal, um gemeinschaftlich zu trauern. Der Leichenschmaus spielte eine Rolle für die Verstorbenen, nicht nur für den katholischen Glauben. Denn lange Zeit war man der Meinung, dass man für den Verstorbenen noch etwas tun kann, damit er im Jenseits gut aufgehoben ist."Norbert Fischer

    Diese Idee spielt freilich heute keine Rolle mehr. Vielmehr wollen die Gäste in den Friedhofscafes den besonderen Charme des Ortes erleben.

    Friedhofcafe auch in Bayern

    In Würzburg gibt es schon länger ein Cafe direkt gegenüber dem Waldfriedhof. Der Münchner Ostfriedhof soll 2019 ein integriertes Friedhofscafe bekommen. Bis es soweit ist lädt das Bestattungsinstitut Aetas in München regelmäßig zu Treffen in Restaurants ein.
    Die Trauer mit dem Leben verbinden: Friedhofscafes und Trauertreffen helfen vielen Menschen zu einem anderen Umgang mit dem Tod. Ein Angebot, das in Zukunft wachsen wird.