BR24 Logo
BR24 Logo
Deutschland & Welt

Kirche zu Sicherheitskonferenz: "Friede ist mehr als Sicherheit" | BR24

© BR/Johannes Reichart

Die Erzdiözese München-Freising hat für dieses Jahr während der Sicherheitskonferenz die "Andachten für den Frieden" organisiert.

18
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Kirche zu Sicherheitskonferenz: "Friede ist mehr als Sicherheit"

Kardinal Marx ist Stammgast bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Doch das Verhältnis der Gläubigen zu dem Treffen ist gespalten. Die Erzdiözese München-Freising hat für dieses Jahr Andachten für den Frieden organisiert.

18
Per Mail sharen
Teilen

Lieder, die Gott um den Frieden bitten – in der Unterkirche des Bürgersaals in München singen und beten 30 Teilnehmer des Friedensgebets der katholischen Glaubensgemeinschaft Sant Egidio gegen Krieg und Konflikte. Anlässlich der Sicherheitskonferenz hat die Erzdiözese München-Freising dieses Jahr die Andachten für den Frieden organisiert.

Elf Stunden Gebet Nonstop an zwei Tagen

Jeweils von 10 bis 21 Uhr, im stündlichen Wechsel, haben katholische Hilfswerke wie Misereor, Renovabis oder Missio, Glaubensgemeinschaften wie Sant Egidio und die Fokulare am Freitag und Samstag Gebete gestaltet. Auch die Vineyard-Freikirche hat teilgenommen.

Die Glaubensgemeinschaften verurteilen die Sicherheitskonferenz nicht per se, Kardinal Marx ist jedes Jahr Stammgast. Für den Organisator Sebastian Bugl dürfe das Treffen jedoch nicht den Fehler machen, Sicherheit nur durch Aufrüstung herbeibringen zu wollen.

"Frieden ist natürlich viel mehr als nur Sicherheit. Es kann nicht nur darum gehen, wie man sich abschotten kann, sondern wir brauchen Projekte, die den Frieden schaffen." Sebastian Bugl, Referat Weltkirche

Ein Projekt aus Afrika beweist: Religion kann Frieden schaffen

Eines dieser Friedensprojekte, das die Kirche in Deutschland maßgeblich unterstützt, hat es auf die offizielle Agenda der Sicherheitskonferenz geschafft: Unter dem Titel "Religion als Friedensfaktor" erzählen die Beteiligten von ihrem Projekt in der Zentralafrikanischen Republik. Christen und Muslime hatten sich dort zwischen 2012 bis 2014 heftige Kämpfe geliefert. Für die Religionsführer damals ein untragbarer Zustand, sie bildeten eine interreligiöse Initiative und starteten mit Friedenstrainings für Soldaten, erzählt die Verteidigungsministerin der Zentralafrikanischen Republik, Marie-Noelle Koyara, bei der Veranstaltung in München. Die Hauptakteure waren der oberste Imam des Landes und der katholische Kardinal Dieudonné Nzapalainga aus der Erzdiözese Bangui. In dem afrikanischen Land besäßen die Religiösen Führer bisweilen mehr Einfluss als der Staat, sagt der Kardinal, und ist froh, dass das Land nun in einem Versöhnungsprozess ist. "Jeder hat in sich eine Kraft namens Liebe und unsere Rolle ist es, die Herzen zu befrieden und jeden zu Gott und zum Nächsten zu führen", so Nzapalainga.

Entwicklungshelfer aus Regenburg: Religion wird oft manipuliert und ausgenutzt

Auch Hubert Heindl ist sich sicher: Religion kann spalten, Religion kann aber auch zum Frieden führen. Der Entwicklungshelfer und Projektmanager aus Regensburg, begleitet das Training der Soldaten und evaluiert den Erfolg. Es dürfe nicht sein, dass ökonomische und politische Interessen die Religion manipulieren und für sich vereinnahmen, sagt er. Und es dürfe schon gar nicht sein, dass Religion mit Gewalt assoziiert werde.

Solche Initiativen sind es, die die Kirchen als positive Beispiele auf der Sicherheitskonferenz einbringen können.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!