Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Fridays for Future: Kein Geld mehr für Kohle, Öl und Gas | BR24

© pa/dpa/Stefan Ziese

Braunkohlekraftwerk Niederaussem

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Fridays for Future: Kein Geld mehr für Kohle, Öl und Gas

"Fridays for Future" – die Schüler-Bewegung für den Klimaschutz macht Druck auf die Politik. Wenn es nach ihr geht, sollen schon bis Ende des Jahres die Subventionen für fossile Energieträger abgeschafft und eine CO2-Steuer eingeführt werden.

Per Mail sharen

Für die Präsentation ihrer Forderungen haben sich die Schüler von "Fridays for Future" einen besonderen Ort ausgesucht: das Naturkunde Museum Berlin. Hier stehen im Foyer die riesigen Skelette von Dinosauriern. Um das nächste Artensterben zu verhindern, müsse die deutsche Politik sofort handeln, fordern die Sprecher der Bewegung Linus Steinmetz, Svenja Kannt, Šana Strahinjić und Sebastian Grieme.

Bis Ende 2019: CO2-Steuer, Kohlekraft reduzieren, Subventionen streichen

"Wer heute Treibhausgase ausstößt, lebt auf unsere Kosten", sagt Sprecher Linus Steinmetz. Schon bis Ende des Jahres solle die Bundesregierung konkrete Maßnahmen ergreifen: Ein Viertel der Kohlekraft abschalten und eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen einführen. Wie das Umweltbundesamt fordern die Schüler einen Preis von 180 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid. Zudem sollen die Subventionen für fossile Energieträger gestoppt werden. Diese belaufen sich laut Umweltbundesamt auf rund 45 Milliarden Euro pro Jahr.

© dpa-Bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Forderungen von "Fridays for Future" in Berlin vorgestellt.

Bis 2035: Treibhausemissionen "Netto-Null", 100% erneuerbare Energien

Bis 2035 sollen dann die Treibhausgasemissionen bei einem Netto-Null liegen. Das heißt: Es dürfen zwar noch Treibhausgase ausgestoßen werden, aber nur so viele, wie auch von der Natur, durch die Pflanzen, wieder aufgenommen werden können. Im gleichen Jahr soll Deutschland vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden. "Fridays for Future" fordert außerdem, dass schon fünf Jahre zuvor, bis 2030, Deutschland aus der Kohle aussteigt. Die Kohlekommission, an der sich gegenwärtig das Handeln der Bundesregierung orientiert, hält den Ausstieg bis 2038 für machbar.

Unterstützung durch "Scientists for Future"

Immer wieder gibt es Applaus nach den Statements der Schüler, Unterstützung kommt von anwesenden Wissenschaftlern, den "Scientists for Future". Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, hält die Forderungen aus wissenschaftlicher Sicht für berechtigt: "Wenn ich bis 2035 klimaneutral werden will, kann ich nicht bis 2038 Kohlekraftwerke betreiben."

Bis konkrete Maßnahmen ergriffen werden, wollen die Schüler weiter auf die Straße gehen. Es gilt:

"Wir streiken, bis ihr handelt."

Reaktionen aus der Politik

Der klimapolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin, unterstützt die Schüler. Die Streiks seien ein "notwendiger Weckruf an die tatenlose Bundesregierung". Anja Weisgerber, die Beauftragte für Klimaschutz der Unionsfraktion, findet es ebenfalls richtig, dass die Schüler jetzt einen Forderungskatalog vorlegen. Dennoch könnten nicht alle geforderten Ziele sofort umgesetzt werden: "Die Politik muss mit bedenken, wie sich die Maßnahmen auf die Wirtschaft, auf die Arbeitsplätze, auf die Energieversorgungssicherheit auswirken."