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Fridays for Future trotzen - Jugendstrategie der Bundesregierung | BR24

© Sabine Henkel /HSB/BR

Die Bundesregierung will Jugendliche in der Politik mehr mitreden lassen und ihre Interessen stärken. Dazu hat sie eine Jugendstrategie beschlossen. Vorgestellt wurde sie von Bundeskanzlerin Merkel und Familienministerin Giffey.

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Fridays for Future trotzen - Jugendstrategie der Bundesregierung

Die Bundesregierung will Jugendliche in der Politik mehr mitreden lassen und ihre Interessen stärken. Dazu hat sie eine Jugendstrategie beschlossen. Vorgestellt wurde sie von Bundeskanzlerin Merkel und Familienministerin Giffey.

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Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist sie eigens aufgeführt: "Eine eigenständige Jugendpolitik“. Jugend ist eine prägende Lebensphase, heißt es da, in der es darum geht, selbstständig zu werden, sich zu qualifizieren und einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Bundesregierung will der Jugend - gemeint sind die 14 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 27 Jahren - dabei hilfreich zur Seite stehen, eben mit einer Jugendstrategie.

Präsentation mit jungen Leuten

Der 20-jährige Marcel aus Baden-Württemberg hat gerade im Kanzleramt mit etwa 100 anderen jungen Menschen, der Bundeskanzlerin und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey die Strategie diskutiert. Er findet grundsätzlich gut, dass jetzt endlich etwas in die Wege geleitet wurde und die Bundesregierung es angeht, die jungen Leute mit einzubeziehen. Man müsse aber auch sehen, dass Engagement zeitaufwendig sei. Jemand, der sich schwertue mit der Schule, habe weniger Zeit für Engagement. Marcel schätzt, dass im Saal des Kanzleramts etwa 90 Prozent Abiturienten saßen.

Ist es nicht eigentlich traurig, dass dies die erste Jugendstrategie einer Bundesregierung überhaupt ist? Marcel nickt zustimmend, sagt aber auch:

"Man kann es auch anders betrachten: Wenn sich ein junger Mensch politisch engagieren will, soll er einer Partei beitreten." Marcel

Junge Leute sollen mehr mitreden

Die junge Generation soll an allen Entscheidungen beteiligt werden, die sie betreffen: Alle Lebens- und Politikbereiche sind gefordert, die Belange junger Menschen angemessen zu berücksichtigen. So will es die Bundesregierung. Ob es reicht, die vielen jungen Menschen, die auf den Straßen ihrem Unmut Luft machen, zu beruhigen?

Was heute im Kabinett verabschiedet wurde, soll in jedem Fall ein Signal sein an die Jugend: Wir nehmen euch und eure Belange ernst. Das Papier umfasst 163 Maßnahmen, zumeist Programme, Kongresse oder Plattformen der unterschiedlichsten Ministerien. Jugendliche und junge Erwachsene waren an der Entstehung mitbeteiligt - online, über Workshops, Jugendpolitik-Tage. Auch haben alle Ministerien mitgemacht. Das Familienministerium genauso wie das Umwelt- oder das Innenministerium. Neun Handlungsfelder wurden definiert:

1. Zukunft, Generationendialog & Jugendbilder

2. Beteiligung, Engagement & Demokratie

3. Stadt & Land, Wohnen & Kultur

4. Vielfalt & Teilhabe

5. Bildung, Arbeit & Freiräume

6. Mobilität & Digitales

7. Umwelt

8. Gesundheit

9. Europa & die Welt

In jedem Feld wurde festgeschrieben, wo Handlungsbedarf besteht, zum Beispiel im Bereich Stadt, Land und Wohnen:

"Der Staat hat die Aufgabe, sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten Infrastruktur vorzuhalten sowie die Daseinsvorsorge und gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten. […] Jugendgerechte Angebote und Konzepte sichern nicht nur die Zukunft der Regionen, sondern sie erfüllen auch berechtigte Interessen und Bedürfnisse junger Menschen." Aus: Papier zur "Jugendstrategie" der Bundesregierung

Zentrale Rolle Umwelt- und Klimaschutz

Wie für fast alle seiner Generation ist auch für Marcel der Klimaschutz das wichtigste Thema. Und auch hier gilt der Satz der Kanzlerin, nicht über die Köpfe der jungen Leute hinweg Politik zu machen. Die immerhin 17 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen und ihre Stimme haben - auch wenn sie, so sagen es statistische Prognosen voraus, im Jahr 2030 auf 15,3 Prozent geschrumpft sein werden. Im September nächsten Jahres soll die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen auf der Bundesjugendkonferenz überprüft werden.

"Boxt Euch durch, und lasst Euch nicht unterkriegen", gibt die Kanzlerin den Jugendlichen am Ende mit auf den Weg. Merkel weiß, wovon sie spricht.