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Fridays for Future: Steinmeier kritisiert Demokratie-Verständnis | BR24

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" vor einem Schlechtreden der Demokratie gewarnt. Anlass dafür waren auch jüngste Aussagen führender Vertreter von Umweltorganisationen wie "Extinction Rebellion".

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Fridays for Future: Steinmeier kritisiert Demokratie-Verständnis

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" vor einem Schlechtreden der Demokratie gewarnt. Anlass dafür boten auch jüngste Aussagen führender Vertreter von Umweltorganisationen wie "Extinction Rebellion".

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"Wer meint, dass irgendeine autoritäre Ordnung besser mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen kann, der irrt", sagte Steinmeier in einem Interview mit dem "Tagesspiegel":

"Ich sage das nicht als Großvater mit den weißen Haaren, sondern aus innerer Überzeugung: Ich kenne keine andere politische Ordnung weltweit, die die Möglichkeit zur Umkehr, die Möglichkeit zur Selbstkorrektur so in sich trägt wie die Demokratie." Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

"Apokalypse lähmt"

Wenn in der Vergangenheit Weichen falsch gestellt wurden, dann biete die Demokratie die Möglichkeit, diese falschen Weichenstellungen zu korrigieren, betonte Steinmeier weiter:

"Wir kommen aber nicht weiter, wenn wir jede Woche apokalyptische Bedrohungen beschreiben, die kaum zu bewältigen scheinen. Denn Apokalypse lähmt." Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Dadurch würden "die Möglichkeiten der Demokratie immer kleiner geredet", so Steinmeier.

"Großes Verdienst der jungen Leute"

Zugleich lobte der Bundespräsident jedoch das Engagement vieler junger Menschen für den Klimaschutz:

"Es hat wahrscheinlich keine gesellschaftliche Bewegung der vergangenen 20 Jahre so viel Aufmerksamkeit und Debatte erreicht wie Fridays for Future. Das ist ein großes Verdienst der engagierten jungen Leute und hilft, notwendige Maßnahmen auch tatsächlich anzuschieben." Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Extinction-Mitbegründer: "Demokratie irrelevant"

Der Mitbegründer der Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion", Robert Hallam, hatte vor einiger Zeit in einem Interview geäußert, das Thema Klimawandel sei "größer als die Demokratie", Demokatie werde "irrelevant", wenn Gesellschaften "unmoralisch" handelten. Zudem hatte Hallam erklärt, durch Massenverhaftungen bei Aktionen von "Extinction Rebellion" solle eine politische Krise provoziert werden.

Die bekannteste deutsche Fridays-For-Future-Aktivistin Luisa Neubauer forderte im Sommer, Demokratie neu zu denken, da demokratische Prozesse manchmal zu lange dauerten.