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Fridays-for-Future-Proteste: Greta spricht in Berlin | BR24

© Herbert Pfarrhofer/dpa

Greta Thunberg.

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Fridays-for-Future-Proteste: Greta spricht in Berlin

Einen Tag nach Tagung des Klimakabinetts spricht Greta Thunberg erneut in Berlin. Die Bußgelder gegen vier Klimademonstranten in Mannheim sind mittlerweile wieder vom Tisch.

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Greta Thunberg kommt heute erneut nach Berlin. Ab 10 Uhr will die 16-Jährige an einem Klimaprotest teilnehmen und eine Rede halten. Tausende Demonstranten werden zu der Kundgebung erwartet - trotz Schulferien. Am Donnerstagabend tagte das Klimakabinett der Bundesregierung, um über die bisher vorgelegten Maßnahmen für mehr Klimaschutz zu diskutieren. Entschieden wurde noch nichts.

Es ist Thunbergs dritter Deutschland-Besuch. Zuletzt war sie Ende März zu Gast in Berlin, wo sie unter anderem einen Sonderpreis der Goldenen Kamera erhielt. Von Thunberg inspiriert seit Monaten junge Menschen in Deutschland und anderen Ländern weltweit jeweils am Freitag, um gegen unzureichende Klimaschutzmaßnahmen zu protestieren.

Bußgelder in Mannheim vom Tisch

Derweil hat die Stadt Mannhem nach breiter Kritik die Bußgelder gegen vier Familien aufgehoben, deren Kinder während der Schulzeit an Klimaprotesten teilgenommen hatten. "Die Besonderheit dieser Fälle im Vergleich zum klassischen Schulschwänzen" sei zunächst nicht aufgefallen, begründete die Stadt in einer Mitteilung vom Donnerstag die Entscheidung. Für die betroffenen Familien heißt das, sie müssen die 88,50 Euro nicht zahlen.

Bundesländer wollen Bußgelder vermeiden

Die in Mannheim verhängten Bußgelder waren eine Ausnahme. Mittlerweile haben die Bundesländer in Umfragen der Nachrichtenagenturen dpa und epd erklärt, dass sie Bußgelder bei Schulstreiks vermeiden möchten. Sie verzichten weiterhin auf genaue Vorgaben für die Lehrer, wie auf Demonstrationsteilnahmen und Fehlzeiten zu reagieren ist. Alle Ministerien verwiesen auf die Schulpflicht, viele lobten aber zugleich das demokratische Engagement der Jugendlichen.

© WDR / Patrick Figaj

Seit Monaten gehen junge Menschen Freitags auf die Straße, um gegen unzureichende Klimaschutzmaßnahmen zu protestieren.

Hessischer Kulturminister heizt Fridays-for-Future-Debatte an

Die Debatte über ein schärferes Vorgehen gegen streikende Schüler hatte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) entfacht. Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", die Proteste hätten ihr Ziel erreicht. Der Klimaschutz sei als zentrales Thema in Politik und Medien angekommen. Jetzt noch weiter der Schule fernzubleiben, bringe nichts. Auch die Verhängung von Bußgeldern schloss der CDU-Politiker als letztes Mittel nicht mehr aus.

"Wenn sich ein harter Kern bildet, der freitags gar nicht mehr erscheint, müssen wir zu entsprechenden Mitteln greifen" Alexander Lorz
© BR

Die Klimaproteste der Jugend lassen die Bundesregierung nicht unbeeindruckt - das wurde bei der heutigen Sommerpressekonferenz von Kanzlerin Merkel deutlich. Das deutsche Engagement lohnt sich, meint BR-Wissenschaftsexpertin Miriam Stumpfe.