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Der Fridays-for-Future-Bewegung gehen die Bemühungen der Grünen zum Klimaschutz nicht weit genug.

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    "Fridays for Future" kritisieren Klimapolitik der Grünen

    Der Fridays-for-Future-Bewegung reichen die Klimaschutz-Bemühungen der Bundestags-Parteien nicht aus - auch nicht die der Grünen. Deren Co-Chef warnt die Delegierten vor dem heutigen Parteitag vor unrealistischen Forderungen.

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    • BR24 Redaktion

    Der Fridays-for-Future-Bewegung gehen die Bemühungen der Grünen zum Klimaschutz nicht weit genug. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Sprecherin Carla Reemtsma: "Dass selbst die größte grüne Partei der Welt keinen Plan hat, die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten, ist verheerend."

    Fridays for Future: Klimaneutralität bis 2035

    Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müsse Deutschland bis 2035 klimaneutral sein. "Die Grünen legen weder ein Klimaziel noch Maßnahmen vor, die dafür ausreichen", sagte Reemtsma. Sie kündigte in der "NOZ" an, dass die FFF-Bewegung den Wahlkampf und die anschließenden Koalitionsverhandlungen mit Großdemonstrationen begleiten wird. Auch der Schulstreik am Freitag als Protestform solle wieder aufgenommen werden, wo die Corona-Zahlen sinken.

    Reemtsma sagte: "Die Dringlichkeit der Klimakrise erfordert konsequentes Handeln genauso wie massiven Protest." Dabei solle niemand Angst vor Ver- oder Geboten haben, die dem Klimaschutz dienten. Jene seien Teil jeder funktionierenden Demokratie. Reemtsma betonte: "Niemand will eine Ökodiktatur. Wir auch nicht."

    Habeck warnt vor unrealistischen Forderungen

    Vor dem heute beginnenden Bundesparteitag der Grünen hat Co-Parteichef Habeck die Delegierten vor unrealistischen Forderungen gewarnt. Dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte er, man wolle regieren und sei ambitioniert bis zum Anschlag, aber nicht darüber hinaus. "Wir sind pragmatisch und spielen nicht Wünsch-Dir-was", so Habeck.

    Der Co-Parteichef verwies unter anderem auf Anträge zum Wahlprogramm, den CO2-Preis noch stärker steigen zu lassen als dies der Vorstandsvorschlag vorsieht. Schon dieser geht über die Zielmarken der Koalition hinaus. Auch einem Änderungsantrag, der ein Ende des Diesel-Motors bereits 2025 fordert, erteilte Habeck eine Absage.

    Auch der frühere Parteivorsitzende Cem Özdemir hat vor einem Wahlprogramm mit zu radikalen Forderungen gewarnt. "Wir haben es selber in der Hand, wir können es auch verbocken", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger". Die Partei müsse es vermeiden, Wähler zu verschrecken.

    Grünen-Parteitag beginnt – Habeck räumt Partei-Fehler ein

    Die Grünen treffen sich ab heute zu einem dreitägigen digitalen Parteitag. Sie wollen das Wahlprogramm beschließen und Co-Parteichefin Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin bestätigen. Habeck erwartet eine "fulminante" Unterstützung für Baerbock und ein "starkes Signal" der Solidarität.

    Im ARD-Morgenmagazin am Freitag räumte Habeck allerdings ein, seine Partei habe zuletzt Fehler gemacht. "Wir haben jedenfalls den anderen es leichtgemacht." Es brauche aber Veränderungen in der Politik, vor allem in der Klimapolitik. "Die Veränderungsnotwendigkeit ist so groß." Und es gebe in der Gesellschaft dafür auch eine Bereitschaft.

    Die Grünen sind in Umfragen wieder deutlich hinter die Union zurückgefallen. Baerbock hatte sich zuletzt für Ungenauigkeiten in ihrem Lebenslauf entschuldigt.

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    ARD-DeutschlandTrend: Sonntagsfrage

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