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Freiwillig weniger Salz, Zucker und Fett in Fertigprodukten | BR24

© pa/dpa/Jens Büttner

Soll weniger salzig werden: Die Tiefkühlpizza

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Freiwillig weniger Salz, Zucker und Fett in Fertigprodukten

Weniger Salz in Pizzen, weniger Zucker in Kindermüsli - darüber hat sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) jetzt mit mehreren Vertretern der Branche geeinigt. Das Ganze ist jedoch freiwillig und erst bis 2025 geplant.

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In sieben Jahren sollen vor allem Lebensmittel für Kinder, in denen in der Regel sehr viel Zucker steckt, gesünder sein. Auch Tiefkühlpizzen, Brot oder Joghurts enthalten viel Salz, Fett und Zucker. Das kritisieren Ernährungswissenschaftler und Organisationen wie Foodwatch schon lange.

Fertigprodukte sollen gesünder werden

Jetzt hat sich die oberste Aufseherin über unsere Lebensmittel, Bundesernährungsministerin Julia Klöcker (CDU), mit Teilen der Lebensmittelbranche auf eine sogenannte "Reduktions- und Innovationsstrategie" geeinigt.

Die besagt, dass Fertigprodukte schrittweise mit weniger Zucker, Salz und Fett auskommen sollen. Erreicht werden soll das bis 2025 über freiwillige Zielvereinbarungen. Wie die "Bild"-Zeitung meldet, verpflichtet sich zum Beispiel der zuständige Verband, Zucker in Kinder-Frühstückscerealien um mindestens 20 Prozent zu reduzieren.

Zehn Prozent weniger Zucker in Kinderjoghurts

Die Branche der nicht-alkoholischen Erfrischungsgetränke sagte demnach zu, 15 Prozent Zucker in ihren Getränken zu reduzieren. Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft verpflichte sich, mindestens 20 Prozent weniger Zucker in Kinder-Frühstückscerealien zu verwenden. Der Milchindustrie-Verband habe sich dazu verpflichtet, dass für Kinder beworbene Joghurts nicht mehr Zucker als normale Joghurts enthalten dürften, was eine Reduktion von etwa zehn Prozent Zucker bedeute.

Kein Grenzwert für Brot

Das Deutsche Tiefkühlinstitut will dem Bericht zufolge den Salzgehalt in Pizzen auf durchschnittlich nicht mehr als 1,25 Gramm Salz pro 100 Gramm Pizza verringern. Das Bäckerhandwerk habe sich dazu verpflichtet, den Salzgehalt in Broten mit besonders viel Salz zu reduzieren. Dabei solle es aber keinen Grenzwert geben.

Laut Klöckner ist das ein großer Erfolg: "Die Ernährungswirtschaft hat sich erstmalig dazu verpflichtet und will sich in ihren Schritten überprüfen lassen." Im kommenden Herbst soll es die erste Erfolgskontrolle geben. "Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen", so Klöckner.

Foodwatch kritisiert: Mitmachen ist freiwillig

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, Klöckner kusche vor der Lebensmittelindustrie. Andere Länder machten Ernst im Kampf gegen Fettleibigkeit und beschränkten unter anderem Werbung für Kinder oder besteuerten überzuckerte Limonaden. Dagegen bitte die Ministerin "die Hersteller freundlich, etwas weniger Zucker in ihre Produkte zu kippen - und überlässt es den Unternehmen, ob sie mitmachen oder nicht", so Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker.

Spitzenverband nicht an Bord

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) hält die Vereinbarungen für überzogen. Die vorgelegte Strategie enthalte zu weitreichende Forderungen und Ambitionen. Eine Reduktion von Zucker, Fett oder Salz sei "mit enormen Herausforderungen verbunden, damit Qualität, Sicherheit und vor allem der Geschmack eines Lebensmittels erhalten bleiben", teilte der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft mit.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Für eine gesündere Ernährung sollen in Fertigprodukten wie Tiefkühlpizza oder Müsli weniger Zucker, Salz und Fett sein. Die Bundesregierung brachte eine entsprechende Initiative auf den Weg.