BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Freiheit oder Seuchenschutz? Debatte um Ende der Maskenpflicht | BR24

© picture-alliance/Marijan Murat

Bald ausrangiert? Nicht nur Mecklenburg-Vorpommern will die Mundschutzpflicht abschaffen

141
Per Mail sharen

    Freiheit oder Seuchenschutz? Debatte um Ende der Maskenpflicht

    Nachdem Mecklenburg-Vorpommern die Maskenpflicht in Geschäften abschaffen will, ist die Debatte um den Mund-Nasen-Schutz erneut eröffnet. Bundesgesundheitsminister Spahn und auch Bayern lehnen eine Lockerung strikt ab.

    141
    Per Mail sharen

    Für manche ist sie lästig, für andere rettet sie Leben. Die Maskenpflicht war von Anfang an für viele DAS Symbol in der Frage: Persönliche Freiheit oder Seuchenschutz - was wiegt schwerer? Nun ist Mecklenburg-Vorpommern vorgeprescht mit der Ankündigung, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Geschäften nicht mehr vorzuschreiben. Für Bayern kommt das nach wie vor nicht in Frage. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist strikt dagegen.

    "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", verkündete Mecklenburg-Vorpommerns Landeswirtschaftsminister Harry Glawe in der "Welt am Sonntag".

    Mecklenburg-Vorpommern schafft Masken ab - viele Politiker skeptisch

    Manchem Kritiker der Infektionsschutzmaßnahmen spricht das aus dem Herzen. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor Leichtfertigkeit. Er verstehe zwar "die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität", schreibt Spahn im Kurzbotschaftendienst Twitter. Aber das Coronavirus sei "noch da".

    Zurückhaltend gibt sich auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Im Kurznachrichtendienst Twitter schreibt er, die Maskenpflicht jetzt auszusetzen sei falsch. Man solle nicht die Kauflust anheizen, indem man Kunden durch Aerosole gefährde.

    Bayern setzt weiterhin auf Sicherheit vor Freiheit

    Auch die bayerische Sicht zur Maskenpflicht ist klar. "Die bayerische Staatsregierung sieht nicht den geringsten Anlass, die Maskenpflicht aufzuheben", sagte der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), der "Süddeutschen Zeitung". Mit Verweis auf die weltweit steigenden Infektionszahlen und diverse Corona-Hotspots in Deutschland sei die Regierung vielmehr der gegenteiligen Überzeugung, "dass wir bei Corona weiterhin höchste Vorsicht walten lassen müssen."

    Bundesländer reagieren skeptisch auf Vorstoß

    Auch die Bundesländer Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg haben bisher einer Abschaffung zum jetzigen Zeitpunkt eine Absage erteilt. "Im Verlauf der Pandemie hat sich die Expertenmeinung gefestigt, dass die Mund-Nasen-Bedeckung eine sehr wirksame Maßnahme ist", sagt zum Beispiel Hamburgs Senatssprecher Marcel Schweitzer. Nordrhein-Westfalen ist bislang ebenfalls zurückhaltend.

    Wirtschaftsinteressen befeuern Diskussion

    Viele empfinden das Tragen der Masken - auch wegen der steigenden Temperaturen - als unangenehm. Und auch das Interesse der Wirtschaft an mehr Konsumfreude dürfte die Diskussion am Laufen halten. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zum Beispiel plädiert dafür, die Maskenpflicht in eine Empfehlung umzuwandeln. "Die Maskenpflicht signalisiert eine Gefahr, die es angesichts der regelmäßigen Abstände in großen Teilen des Einzelhandels nicht gibt", so Althusmann.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!