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Frauen in der katholischen Kirche - kommt jetzt die Revolution? | BR24

© picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Frauen mit Pflastern über ihren Mündern stehen vor dem Ulmer Münster.

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    Frauen in der katholischen Kirche - kommt jetzt die Revolution?

    Unter dem Schlagwort "Maria 2.0" fordern Frauen bundesweit mehr Mitsprache in der katholischen Kirche. Die Bischöfe haben nun reagiert und für den Reformprozess des "synodalen Wegs" ein Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" gegründet.

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    Es ist erst ein paar Monate her, da haben katholische Frauen eine Woche lang unter dem Schlagwort "Maria 2.0" bundesweit die Kirche bestreikt. Sie wollen nicht länger dem Wort des Apostels Paulus folgen, die Frau solle in der Kirche schweigen. Sie wollen Mitsprache und auch Macht - zum Beispiel den Zugang zu Weiheämtern.

    Bischöfe gründen Forum für Frauenfrage in Kirche

    Die Deutsche Bischofskonferenz hat daraufhin ein viertes Forum gegründet, das den synodalen Weg, eine Art Reformprozess der deutschen Katholiken, zur Wiederherstellung verlorenen Vertrauens nach dem Missbrauchsskandal begleiten soll. Das Forum heißt "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" und besteht aus elf Frauen und fünf Männern, unter anderem Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Erzbischof Stefan Heße (Hamburg).

    Mit dabei ist auch eine bayerische Kandidatin: Schwester Katharina, die Generaloberin der Franziskanerinnen in Kloster Oberzell bei Würzburg. Dass die "Frauenfrage" ein eigenes Forum beim synodalen Weg erhält, sieht sie als Erfolg, den sich die Frauen in den vergangenen Monaten hart erkämpft haben.

    "Man dachte vorher, die Frauenfrage schwingt so als Querschnitt in den anderen Themenbereichen mit." Schwester Katharina

    Erster Erfolg der Protestaktion "Maria 2.0"?

    Die innerkirchliche Protestbewegung Maria 2.0 hielt im Frühsommer die Bischöfe in Atem. Noch Anfang Juli gab es eine große Kundgebung in Münster, auf der die Teilnehmerinnen den Zugang der katholischen Frauen zu allen Ämtern forderten.

    Wenige Tage später wurde das Forum "Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche" ins Leben gerufen. Für Schwester Katharina, ein offensichtlicher Zusammenhang, "weil jetzt in der Breite in unserem Kulturkreis sichtbar wird, dass bis dato sehr engagierte Männer und Frauen in der Kirche, die überhaupt sich noch engagieren und nicht schon längst der Institution den Rücken gekehrt haben, auf Veränderungen pochen und sagen, so kann's nicht weitergehen."

    Generaloberin: Frauenordination darf kein Tabu sein

    Für die Generaloberin ist klar, dass es in diesem Forum keine Tabuthemen geben darf. Frauenordination zum Beispiel sieht sie als einen möglichen Weg, die Kirche zu erneuern. Das Argument, die Jünger Jesu seien allesamt Männer, lässt sie nicht gelten. Alle theologischen Argumente seien längst wiederlegt worden, so die promovierte Theologin. Sie würden allerdings "bis dato in der kirchlichen Lehrbildung nicht berücksichtigt oder nicht adäquat berücksichtigt."

    Damit auch weniger progressive Katholiken den Schritt zur Frauenweihe mitgehen können, schlägt Schwester Katharina vor, die Klöster als "Experimentierfelder" zu benutzen. Viele Ordensfrauen würden schließlich über eine hohe Kompetenz im Spirituellen, im Liturgischen und im Gemeinschaftsleben verfügen, argumentiert die Generaloberin. Dass dies einen großen Umbruch bedeute, ist ihr klar:

    "Ich hoffe auf die Revolution. Der Heilige Geist schafft manchmal Neues. Momentan erleben wir ja Irritationen des Systems und das ist aus meiner Sicht eigentlich ein sehr gutes Zeichen, eine ganz gute Voraussetzung, um einschneidende Veränderungen in Gang setzen zu können." Schwester Katharina

    "Schwere Grabenkämpfe" beim Reformprozess erwartet

    Diese Revolution dürfte nicht jedem männlichen Geistlichen gefallen. Und so rechnet die Ordensfrau durchaus damit, dass es "schwere Grabenkämpfe" innerhalb des synodalen Prozesses geben wird. Am ersten Advent sollen die Reformgespräche richtig losgehen. Dann wird Schwester Katharina mitreden und für ihre Vorschläge eintreten.