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Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame in Paris
© dpa-Bildfunk
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Trümmerteile und verkohlte Holzbalken liegen im Inneren der Kathedrale Notre-Dame in Paris

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach den Franzosen in einer TV-Ansprache am Abend, das weltberühmte Bauwerk innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufzubauen - noch schöner als zuvor. "Wir sind das Volk von Baumeistern", sagte Macron.

Fachleute zweifeln an schnellem Wiederaufbau

Der Bamberger Kunsthistoriker Stephan Albrecht von der Otto-Friedrich-Universität sieht einen Wiederaufbau dagegen skeptisch. Der Dachstuhl gehe auf eine Holzkonstruktion aus dem 13. Jahrhundert zurück, deren Baupläne nicht mehr verfügbar seien. "Es gibt nur vage Zeichnungen, wie das ausgesehen hat", sagte Albrecht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er könne sich daher nicht vorstellen, dass der Dachstuhl wieder aus Holz aufgebaut wird. Der Wissenschaftler fürchtet, dass Notre-Dame zur Dauerbaustelle wird.

Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris geht davon aus, dass der Großteil der Schäden wohl durch Löschwasser verursacht worden ist. Noch nie sei die Kathedrale in ihrer Geschichte so massiv beschädigt gewesen. Während der Französischen Revolution von 1789 sei das Bauwerk zwar ausgeräumt worden. Doch es habe keine Schäden gegeben, die in die Grundstruktur des Gebäudes eingegriffen hätten, so der Experte.

"Die erste Priorität wird sein, die Statik des Gebäudes zu analysieren, zu sichern, und da auch wieder ein Dach drauf zu bekommen." Markus Castor, Deutsches Forum für Kunstgeschichte

Ein großes Hindernis beim Wiederaufbau dürfte nach Expertenmeinung sein, dass zu wenig Experten zur Verfügung stehen. "Ein Riesenproblem ist dabei, dass die handwerklichen Fähigkeiten dünn gesät sind, um die vielen Kräfte mobilisieren zu können, die einen raschen Wiederaufbau ermöglichen", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, Wolfgang Zehetner, dem österreichischen Magazin "trend".

Glockenläuten als Zeichen der Solidarität

Als Zeichen der Solidarität sollen heute die Glocken vieler französischer Kirchen um Punkt 18.50 Uhr läutern - zu diesem Zeitpunkt wurde das Feuer vorgestern entdeckt. Der Brand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris sei ein Schock, weit über die Katholiken unseres Landes hinaus, erklärte die französische Bischofskonferenz.

Hunderte Millionen Spenden eingegangen

Bei dem Feuer am Montagabend war die Kathedrale im Herzen von Paris schwer beschädigt worden. Große Teile des Dachs verbrannten, der markante Spitzturm in der Mitte des Gebäudes stürzte ein. Erst am Dienstagvormittag verkündete Feuerwehrsprecher Gabriel Plus, das Feuer sei aus. Bei der anschließenden Untersuchung entdeckten Fachleute nach Angaben des französischen Innenstaatssekretärs Laurent Nuñez einige Schwachstellen, vor allem am Gewölbe. Im Ganzen halte die Struktur gut. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

Eine internationale Geberkonferenz soll nun Geld für den Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag machte die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo. Auch private Großspender stehen schon bereit und haben Hunderte Millionen Euro versprochen. Bis zum Abend gingen bereits Spendenzusagen in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro ein.