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Krawalle in Freankreich
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Martin Bohne
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Krawalle in Freankreich

Die Proteste gegen die französische Regierung weiten sich aus. Bei Demonstrationen gegen Bildungsreformen wurden 146 Menschen festgenommen. Dabei handelte es sich vor allem um Schüler, die in der Nähe einer Schule in Mantes-la-Jolie bei Paris protestierten. Die Schüler hätten in dem Ort randaliert, sagt die Polizei.

Seit Mitte November protestieren die "Gelbwesten" in Frankreich gegen höhere Steuern. Dabei kam es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Blockaden seit Montag

Seit Montag blockieren nun auch Schüler und Studenten Bildungseinrichtungen. Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV. Er befürchte bei den Protesten Gewalt - und rief gleichzeitig zur Ruhe auf.

Nach Angaben des Senders waren im Großraum Paris rund 100 Bildungseinrichtungen von den Aktionen betroffen. Auch an Hochschulen gab es Proteste. Einige Bereiche der Pariser Universität Sorbonne blieben geschlossen. Medienberichten zufolge hatten zuvor mehrere Menschen versucht, Teile der Universität zu besetzen.

In Städten wie Marseille und Bordeaux zündeten Demonstranten Mülltonnen und Autos an und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei.

Macrons Ankündigung beruhigt nicht

Die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die geplanten Steuererhöhungen für Benzin und Diesel für das Jahr 2019 außer Kraft zu setzen, kann die "Gelbwesten" offenbar nicht beruhigen. Dabei hatte sich an diesen Erhöhungen der Protest entzündet.

Frankreich wappnet sich so für weitere Krawalle am kommenden Wochenende. Mehrere tausend Gewalttäter würden sich gezielt für Krawalle in Paris rüsten, hieß es in einem Kommuniqué aus dem Élysée-Palast, dem Amtssitz des Präsidenten.

Premierminister Edouard Philippe rief die Franzosen auf, sich nicht an den von den "Gelbwesten" angekündigten Demonstrationen zu beteiligen. "Um nicht das Spiel derjenigen zu betreiben, die sich bereits darauf vorbereiten, Unruhe und Chaos zu verbreiten", sagte er.

Akt Nummer 4

Schon die vergangenen drei Samstage hatten Sprecher der Protestbewegung zu Demonstrationen in Paris aufgerufen. Vergangenen Samstag war es dabei zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten gekommen.

Nun riefen die "Gelbwesten" zum Akt Nummer 4 auf, wie es in den einschlägigen Facebook-Gruppen heißt.

Ins Zentrum der Macht

Diesmal wollen sie direkt ins Zentrum der Macht vorstoßen, wie einer ihrer Sprecher, Éric Drouet, in einer Diskussionssendung im französischen Fernsehen in aller Ruhe verkündete. Als Ziel der Demonstrationen gab er den Élysée-Palast vor.

Was sie dort denn tun wollen, wurde er vom ziemlich perplexen Moderator gefragt. "Wir gehen rein. Das ist das Symbol der Republik", antwortete Drouet. "Die Leute wollen da rein gehen, das ist alles." Die Behörden wollen alles an Sicherheitskräften aufbieten, was zur Verfügung steht.

Inzwischen wurden auch mehrere Fußballspiele abgesagt. Dazu zählt die für Freitag geplante Partie zwischen AS Monaco und OGC Nizza. Auch ein ursprünglich für Sonntag angesetztes Spiel zwischen AS Saint-Etienne und Olympique Marseille wurde verschoben.