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Frankreich kämpft mit Ausgangssperren gegen Corona | BR24

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Frankreich hat wegen rasch steigender Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung in Paris und acht weiteren Städten verhängt. Sie gelte zwischen 21.00 Uhr und 06.00 Uhr und zwar von Samstag an für vier Wochen, so Präsident Emmanuel Macron.

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Frankreich kämpft mit Ausgangssperren gegen Corona

Frankreich führt im Kampf gegen Covid-19 eine nächtliche Ausgangssperre für Großstädte mit der höchsten Corona-Warnstufe ein. Ab Samstag gilt sie laut Präsident Macron unter anderem in Paris und Marseille.

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Die Situation in Frankreich ist ernst. Das zeigt nicht nur die Zahl der Covid-Neunifektionen, die im Schnitt bei 20.000 neuen Fällen pro Tag liegt. Vor allem die Auslastung der Intensivstationen in den großen Städten, allen voran Paris, gibt Anlass zur Sorge. Mehr als 40 Prozent der Betten sind belegt. Intensivmediziner fürchten eine völlige Überlastung. Auch um diese abzuwenden, kündigte Präsident Macron am Abend in einem Fernsehinterview zur besten Sendezeit drastische Maßnahmen an:

"Die Entscheidung, die wir getroffen haben, ist eine nächtliche Ausgangssperre. Sie gilt für den Großraum Paris und acht weitere Metropolen. Für Grenoble, Lille, Lyon, Marseille, Aix-en-Provence, Saint-Etienne, Rouen und Toulouse. " Emmanuel Macron, Präsident Frankreich

Die Minimierung der schönen Momente

Ab Samstag darf sich in diesen Städten und Regionen niemand mehr ohne triftigen Grund zwischen 21 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen auf der Straße aufhalten, sonst drohen 135 Euro Strafe. Erst einmal für 4 Wochen soll das gelten, kann dann aber mit Zustimmung des Parlamentes bis zum 1. Dezember verlängert werden.

"Es geht vor allem darum, die privaten Kontakte zu reduzieren. Die Momente zu minimieren – und das ist das grausame beim Kampf gegen diese Pandemie – in denen wir schöne Erlebnisse mit Freunden und Bekannten haben, mit Menschen, die nicht zu unserem Haushalt gehören. Das sind die Momente, in denen das Infektionsrisiko hoch ist. Denn wir kommen uns zu nahe." Emmanuel Macron, Präsident Frankreich

Der Lockdown soll vermieden werden

Da in Frankreich die Anzahl der Menschen, die sich privat treffen, nicht eingeschränkt werden darf, ist die nächtliche Ausgangssperre ein sinnvoller Versuch, private Feiern zu unterbinden. Und zwar ohne mit einem Lockdown das gesamte wirtschaftliche Leben des Landes wieder auf Eis zu legen:

"Wir müssen auch weiter arbeiten gehen können. Die Kinder müssen zur Schule gehen, die Universitäten sollen nicht schließen. Die Menschen sollen ihr Leben leben, auch das soziale, aber eben auf reduzierte Art." Emmanuel Macron, Präsident Frankreich

Allen Branchen, unter anderem der Gastronomie oder auch Theatern und Kinos, die durch die Ausgangssperre Einbußen hinnehmen müssen, versprach Präsident Macron zusätzliche staatliche Hilfen. Es ist ein Balanceakt, den der Präsident und auch seine Regierung in den kommenden Wochen leisten müssen.

"Wir haben die Kontrolle nicht verloren"

Seit dem Sommer steigen die Corona-Zahlen in Frankreich stetig. Wirklich durchgegriffen hatten Regierung und Präsident bis jetzt aber nicht, denn es galt, die durch den Lockdown gebeutelte Wirtschaft zu schützen. Nun aber muss das fragile Krankenhaussystem entlastet werden. Das Gefühl vieler Franzosen, das der Staatsführung die Felle davon schwimmen, konterte Macron:

"Wir haben die Kontrolle nicht verloren. Wir sind aber in einer sehr beunruhigenden Situation, bei der wir nicht mehr tatenlos bleiben können, aber wir müssen auch noch keine Panik verbreiten." Emmanuel Macron, Präsident Frankreich

Der Präsident appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, die neuen Maßnahmen mitzutragen. Es gehe nicht darum, die Menschen im Land zu bevormunden, es gehe lediglich darum, jeden einzelnen an seine Verantwortung zu erinnern, sagte Macron. Im Vergleich zu seiner Rede vom Frühjahr, in dem er den Krieg gegen das Virus erklärte, zeigte sich Macron im Interview trotz der drastischen Maßnahmen, zuversichtlich. Am Ende sagte er gar: "Wir schaffen das!"

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