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"Tag der Dankbarkeit": Steinmeier erinnert an Kapitulation 1945 | BR24

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75 Jahre nach der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus hat Bundespräsident Steinmeier zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. Der 8. Mai sei ein Tag der Befreiung gewesen, heute müssten wir uns selbst befreien, so Steinmeier

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"Tag der Dankbarkeit": Steinmeier erinnert an Kapitulation 1945

75 Jahre nach der Kapitulation der Wehrmacht hatte Bundespräsident Steinmeier ein grenz- und generationsübergreifendes Gedenken geplant. Wegen Corona fand die Erinnerung an den 8. Mai 1945 nun eher separiert statt - und das Alleinsein war auch Thema.

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Gemeinsam erinnern – das war der Plan von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für diesen Tag, 75 Jahre nach der Kapitulation der Wehrmacht. Gemeinsam erinnern mit Vertretern der Alliierten aus Ost und West, mit Jugendlichen aus aller Welt, die darüber reden sollten, was der Zweite Weltkrieg mit ihnen zu tun hat und welche Lehren sie in die Zukunft tragen können; doch angesichts der Corona-Pandemie findet der Gedenktag vor allem virtuell, online statt.

Steinmeier thematisiert das Alleinsein

In seiner Rede greift Steinmeier das Alleinsein auf. Deutschland sei es damals auch gewesen, militärisch besiegt, moralisch zerrüttet, die Welt zum Feind. Die glückliche Botschaft des heutigen Tages sei aber: Deutschland sei heute nicht allein, sondern eine gefestigte Demokratie mitten in einem friedlichen Europa. Steinmeier leitet aus der Geschichte eine Verantwortung ab: europäisch zu denken, sich nicht von Rassismus und autoritärem Denken verlocken zu lassen.

"Damals wurden wir befreit, heute müssen wir uns selbst befreien!"

Vor 75 Jahren seien wir befreit worden, so der Bundespräsident. Und heute "müssen wir uns selbst befreien". Jeden Tag aufs Neue. Für Steinmeier heißt es auch, dass man keinen Schlussstrich ziehen darf. Deutschland habe eine gebrochene Geschichte und dazu gehöre eben auch die Katastrophe von Krieg und NS-Diktatur. Ein aufgeklärter, demokratischer Patriotismus blende diese Brüche nicht aus.

Bundespräsident erinnert an deutsche Verantwortung

Mit dem Verweis auf die Opfer von Hanau, Halle und Kassel mahnt der Bundespräsident, nicht der Versuchung eines neuen Nationalismus, der Faszination des Autoritären zu erliegen. Steinmeier spricht von Verantwortung. Dafür wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und dafür, wie sich Deutschland außenpolitisch verhält. Steinmeier findet es wichtig, dass Deutschland europäisch denkt. Das "Nie wieder" vor 75 Jahren sei vor allem ein "Nie wieder allein" gewesen.

Steinmeier beschreibt den Weg Deutschlands so: damals ein Gefährder der internationalen Ordnung, inzwischen ein Förderer. Und, so betont Steinmeier eine starke, gefestigte Demokratie im Herzen eines friedlichen Europas. Das sei die glückliche Botschaft dieses Tages: "Wir genießen Vertrauen und ernten die Früchte von Zusammenarbeit und Partnerschaft rund um die Welt. Ja, wir Deutsche dürfen heute sagen: Der Tag der Befreiung ist ein Tag der Dankbarkeit!". Es habe drei Generationen gedauert, um sich dazu aus vollem Herzen bekennen zu können.

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Die führenden Vertreter des Staates haben in Berlin des Kriegsendes vor 75. Jahren gedacht.

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