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Journalisten-Verband: Türkei will Korrespondenten Angst machen | BR24

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Die türkische Regierung wolle nun auch ausländischen Journalisten bewusst Angst machen, kritisiert Frank Überall, der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes.

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Journalisten-Verband: Türkei will Korrespondenten Angst machen

Nachdem die Türkei deutschen Medienvertretern Arbeitsgenehmigungen verweigert hat, kommt vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) scharfe Kritik. Die Regierung versuche, nun auch ausländischen Journalisten Angst zu machen, sagt DJV-Chef Überall.

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Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, hat in der radioWelt am Morgen auf Bayern 2 die türkische Regierung dafür kritisiert, dass mehrere deutschen Korrespondenten keine Akkreditierung für ihre Arbeit erhalten. "Dadurch werden die Kollegen davon abgehalten, wirklich kritisch zu berichten - das ist zumindest der Plan des türkischen Staates." Unter den Korrespondenten verbreite sich Angst.

Deutsche Journalisten von der Tageszeitung "Der Tagesspiegel" und des ZDF sind betroffen, in etwas abgeschwächter Form auch der ARD-Hörfunk. Einen genauen Überblick gebe es aber nicht, sagte Überall: "Das lässt sich nicht überblicken, weil viele es nicht an die große Glocke hängen." Einigen Journalisten verweigerte die Türkei die Akkreditierung, anderen ist sie nur zugesagt, aber noch nicht bestätigt worden. "Das ist ein Spiel mit der Öffentlichkeit", beklagte Überall.

UN-Sonderbeauftragter notwendig

Im Moment könne nicht viel dagegen gemacht werden, bedauerte der DJV-Vorsitzende. Er hofft aber auf die internationale Politik. "Es ist an der Zeit, dass die Vereinten Nationen einen Sonderbeauftragten bekommen in Sachen Schutz von Journalisten."

Druck aus Berlin

Überall hofft zudem, dass die Bundesregierung nun ähnlich reagiert, wie im Fall des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel, der nach langwierigen Verhandlungen und auf Druck aus Berlin aus der Haft entlassen wurde.