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Es wird in diesem Jahr wohl erheblich weniger Weihnachts-Bahnreisende geben als in anderen Jahren. Grund sind die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung von Corona. Das Bundesunternehmen DB AG bietet trotzdem das volle Programm und 100 Sonderzüge.

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100 Sonderzüge und so wenige Fahrgäste wie nie

Es wird in diesem Jahr wohl erheblich weniger Weihnachts-Bahnreisende geben als in anderen Jahren. Grund sind die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung von Corona. Die Deutsche Bahn bietet trotzdem das volle Programm und setzt 100 Sonderzüge ein.

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Von
  • Anton Rauch

Die Bahn setzt in diesen Tagen 100 Sonderzüge ein. Es sind vor allem die ICE Verbindungen aus Bayern nach Norden und in den Westen über die Knotenbahnhöfe München, Augsburg, Nürnberg und Würzburg, wo es viele zusätzliche Reisemöglichkeiten geben wird. Die Züge sind jetzt schon buchbar.

Nur die Hälfte der Sitzplätze ist reservierbar

Reservierungen lässt die Bahn nur noch für Fensterplätze zu. Das heißt, sobald 50 Prozent Auslastung erreicht sind, kann nicht mehr reserviert werden und der Zug gilt als ausgelastet. Das soll für mehr Abstand sorgen und damit für mehr Sicherheit. Allerdings können Fahrgäste weiter zusteigen oder mit einem Flexticket, also einer zum Normalpreis gelösten Fahrkarte, in solch einem Zug mitfahren.

Die Deutsche Bahn hält am offenen Zugang ohne Reservierung fest. Im Einklang mit den großen Fahrgastverbänden wie Pro Bahn lehnt sie eine Reservierungspflicht, wie es sie beispielweise in Frankreich gibt, weiter ab. Trotzdem geht die Bahn davon aus, dass Abstände weitgehend eingehalten werden können.

13.000 Sitzplätze mehr als vor einem Jahr

Die Bahn hat in den vergangenen Wochen viele neue ICE ausgeliefert bekommen und kann sie nun auf die Schienen setzen. 15 nagelneue ICE IV mit 980 Sitzplätzen können eingesetzt werden. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 13.000 Sitzplätze mehr. In den nächsten Jahren will die Bahn die Zahl der ICE verdoppeln. Die Flotte soll auf 600 ICE-Züge anwachsen.

Aber auch bereits in diesem Jahr gibt es ein so großes Fahrangebot wie nie in den vergangenen Jahren – bei deutlich weniger erwarteten Fahrgästen.

Ein übriges tun das Verbot von touristischen Reisen und die Einschränkungen beim Verwandtenbesucht, um die Lust auf Bahnreisen zu dämpfen. Bei einer Umfrage des Marketings der Bahn haben neun von zehn Kunden, angegeben, dass sie, falls sie überhaupt fahren werden, ihre Tickets erst kurz vor Fahrtantritt erwerben wollen. Laut einem Bahnsprecher sind dadurch auch noch die günstigen Supersparpreise und Sparpreise in großer Zahl zu haben. Die Bahn habe dieses Kontingent nicht verkleinert.

Sparpreis-Tickets können nicht erstattet werden

Der Nachteil bei Tickets wie dem Supersparpreis oder anderen rabattierten Fahrkarten ist allerdings, dass sie nicht zurückgegeben oder umgetauscht werden können, wenn zum Beispiel Reisende verhindert oder gar krank geworden sind, in Quarantäne müssen und ihre Fahrt gar nicht antreten können.

Trotz Lockdown: Reiseende auch nach 21.00 Uhr erlaubt

Wer bereits vor längerer Zeit eine Bahnfahrt gebucht hat, kann diese Wahrnehmen, auch wenn er nach 21.00 Uhr an seinem Zielort ankommt. Das ist nach den gelten Regeln im Lockdown ausdrücklich erlaubt. Gleiches gilt, wenn Züge Verspätung haben oder ausfallen und so eine Weiterfahrt erst mit Verzögerung möglich ist. Bei der Bahn ist das jederzeit nachprüfbar. Das Kaufdatum ist anhand des Tickets ersichtlich und anhand der Zugnummer kann auch eine Verspätung belegt werden.

Maskenkontrollen und verstärke Reinigung in Zügen

In den Zügen und an Bahnhöfen gilt grundsätzlich Maskenpflicht. Die Bahn hat den Aufgabenbereich der Mitarbeiter von DB Sicherheit dahingehend geändert, dass diese verstärkt in Fernzügen unterwegs sein können und unter anderem auch die Einhaltung der Maskenpflicht überprüfen. In Konfliktfällen mit renitenten Maskenverweigerern können sie die Unterstützung der Bundespolizei anfordern und Menschen ohne Maske aus dem Zug weisen.

Ein Verantwortlicher Sicherheitsmitarbeiter sagte, "als es im Sommer so heiß war, hat mancher die Maske unter die Nase rutschen lassen. Jetzt ist es aber viel besser geworden. Ich würde sagen, 99 Prozent der Fahrgäste im Zug tragen ihren Mund-Nasen-Schutz richtig." Auch die Reinigungsintervalle in Zügen sind verkürzt worden. Putzpersonal wird eigesetzt und kümmert sich nicht nur um die Toiletten, sondern auch um Türgriffe, Tische und andere glatte Flächen. Desinfektionsmittel dafür stellt die Deutsche Bahn selbst her.

DB fährt ohne Rücksicht auf Verluste

Zumindest in finanzieller Hinsicht fährt der Verkehr der Bahn derzeit hohe Verluste ein- nicht verwunderlich, wenn die Züge nur zu einem Bruchteil ausgelastet sind und gleichzeitig die Anzahl der Fahrten erhöht wird. Dies liegt daran, dass die Deutsche Bahn dem Bund gehört. Dieser hat dem Unternehmen verordnet, auch in der Pandemie den Verkehr sicherzustellen und damit Fahrtmöglichkeiten für Geschäftsleute, Wissenschaftler und medizinische Personal, genauso wie für Berufspendler oder Menschen die privat unterwegs sind, zu schaffen.

Lufthansa oder Flixbus stellen Angebote ein

Fluggesellschaften wie die Lufthansa und private Busreiseunternehmen haben aufgrund der wegbrechenden Nachfrage wegen Corona viele Reisen gestrichen. Auch in Verkehrsverbünden wie dem Münchner MVV werden Fahrten in den Abendstunden gestrichen. Anders bei der Bahn, die selbst im Regionalverkehr über Weihnachten das volle Programm anbieten wird. Ein Ein- oder Zweistundentakt soll erhalten bleiben. Anders als der Busreiseveranstalter Flixbus. Der hat den Betrieb im Lockdown eingestellt.

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