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FPÖ wirft Ex-Chef Strache raus | BR24

© BR/Clemens Verenkotte

Die österreichische FPÖ hat ihren Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache aus der Partei geworfen - die Konsequenz aus Ibiza-Video und Spesenaffäre. "Für uns ist das eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist", so FPÖ-Chef Norbert Hofer.

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FPÖ wirft Ex-Chef Strache raus

Die österreichische FPÖ hat ihren Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache aus der Partei geworfen - die Konsequenz aus Ibiza-Video und Spesenaffäre. "Für uns ist das eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist", so FPÖ-Chef Norbert Hofer.

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In Österreich hat die rechtspopulistische FPÖ ihren ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache aus der Partei ausgeschlossen. Das ist die Konsequenz aus Straches Affären um Ibiza-Video und Spesenbetrug. Die Entscheidung gab die Partei am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Das Votum des Wiener Landesverbands sei einstimmig erfolgt.

Kapitel "Strache" beendet

Das Kapitel "Strache" sei für die Partei mit dem heutigen Tag beendet, sagte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-Chef Norbert Hofer. Am Vormittag hatte zunächst das Parteischiedsgericht der Wiener FPÖ getagt, der Strache seit seinem Parteieintritt vor 30 Jahren angehörte. Straches Verhalten sei parteischädigend gewesen. Dieser Entscheidung schloss sich anschließend der Wiener FPÖ-Landesvorstand an. Aufatmen bei Straches Nachfolger an der Parteispitze, Norbert Hofer.

"Für uns ist das eine Befreiung, weil damit Ibiza für uns Geschichte ist und wir in die Zukunft blicken können und alle Vorbereitungsmaßnahmen treffen, damit diese FPÖ eine starke Partei wird." Norbert Hofer, FPÖ-Chef

Tiefes Zerwürfnis zwischen Strache und Parteiführung

Strache sei der Vorladung zur heutigen Sitzung des Wiener Parteigerichts nicht gefolgt – das sei entbehrlich, habe Strache schriftlich mitgeteilt, so Hofer. Zwischen Strache und der Parteiführung war es seit dem Ibiza-Skandal Mitte Mai zu einem tiefen Zerwürfnis gekommen. Für das schlechte Abschneiden der FPÖ bei den Nationalratswahlen Ende September hatte die Parteiführung ihren Ex-Vorsitzenden persönlich verantwortlich gemacht. Wenige Tage vor dem Wahlgang war bekannt geworden, dass Strache offenbar Parteigelder in beträchtlichem Umfang für private Zwecke ausgegeben hat.

FPÖ will keine Skandale mehr

Die FPÖ – die bis zum Ibiza-Skandal mit der Volkspartei von Sebastian Kurz in einer schwarz-blauen Koalition regierte - wolle künftig eine "seriöse, stabile, rechtskonservative Partei sein". An ihre Repräsentanten würden hohe Ansprüche gerichtet.

"Was wollen wir nicht sein? Eine Partei, in der es Skandale gibt, eine Partei, in der es einen Personenkult gibt. Zwar mit einem starken Obmann, aber dieser ist beständig statt laut." Norbert Hofer

Strache plant politische Comeback

Strache meldete sich nach dem Parteiausschluss auf seiner Facebook-Seite zur Wort: Er nehme die Entscheidung der FPÖ zur Kenntnis und werde nicht dagegen vorgehen. Zugleich kündigte er an, dass er sich nicht aus der Politik zurückziehen werde. Im nächsten Jahr würden "große Herausforderungen" auf ihn warten, sagte Strache unter Hinweis auf die Landtagswahlen in Wien im kommenden Herbst.

"Der ganz große Zuspruch, den ich in den letzten Wochen und Monaten aus der Bevölkerung erhalten habe, lassen mich verstärkt über ein politisches Comeback im nächsten Jahr nachdenken und motivieren mich dazu, der Politik, meinen Anhängern und den Bürgern dieses Landes nicht den Rücken zuzukehren." Heinz-Christian Strache

Neue Fraktion "Die Allianz für Österreich"

Gestern hatten drei FPÖ-Landtagsabgeordnete aus Wien eine neue Fraktion mit dem Namen "Die Allianz für Österreich" gegründet. Damit, so sagten die Initiatoren, wolle man bei den Landtagswahlen im nächsten Jahr antreten und hoffe, dass Heinz Christian Strache als Spitzenkandidat mitmachen werde