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FPÖ - auch zehn Jahre nach Haiders Tod auf seinem Kurs | BR24

© dpa/pa/Jan-Peter Kasper

Trauer um Jörg Haider an der Unfallstelle

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    FPÖ - auch zehn Jahre nach Haiders Tod auf seinem Kurs

    Vor genau zehn Jahren ist Jörg Haider tödlich verunglückt. Haider hatte die rechte FPÖ in Österreich bis in die Regierung geführt. Die Partei - und auch viele Österreicher - erinnern in diesen Tagen an den umstrittenen Politiker.

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    Dienstag dieser Woche: Eine Abordnung des österreichischen Kameradschaftsbundes steht, in Trachtenjankern und mit breiten, orange-rot-weißen Schärpen in Lambichl, südwestlich von Klagenfurt. Dort, wo Jörg Haider am 11. Oktober 2008 mit seiner Limousine tödlich verunglückte. Hunderte von Windlichtern mit dem Konterfei Haiders haben Anhänger des langjährigen Landeshauptmanns von Kärnten am damaligen Unfallort aufgestellt.

    1986 stürzte der damals 36-jährige FPÖ-Landeschef von Kärnten den FPÖ-Vorsitzenden, Vizekanzler Norbert Steger. Die SPÖ, mit der die FPÖ gemeinsam regierte, beendete die Koalition. Und Haider versprach seiner Gefolgschaft auf dem Parteitag:

    "Unser Programm, meine lieben Freunde, ist nicht FPÖ oder sonst etwas. Unser Programm muss heißen ‚Arbeit für Österreich‘ und wenn wir wollen, dann garantiere ich Euch, sind wir bei den kommenden Wahlen nicht mehr zu bremsen." Jörg Haider, 1986

    Haider trimmte die FPÖ auf stramm rechten Populismus

    Haider führt den stramm rechten Populismus pur ein, gewinnt neue Wählerschichten und nimmt den beiden Volksparteien SPÖ und ÖVP Stimmen ab, hetzt gegen Ausländer. Er betont die strikt nationale Ausrichtung: "Ich trage das Gewand des Inländervertreters in Österreich."

    Bei den Nationalratswahlen 1999 kommt seine, damals vom Ausland noch als rechtsextrem betrachtete FPÖ mit knapp 27 Prozent auf Platz zwei. Haider bricht in seiner politischen Rhetorik ganz gezielt immer wieder Tabus - ist der Erste, der von "Österreich zuerst!" spricht, was später, 2008, von seinem innerparteilichen Konkurrenten Heinz Christian Strache eins zu eins adaptiert wird. "Österreicher zuerst! Das müssen wir leben! Wir Österreicher haben ein Recht darauf!"

    Attacken gegen die "nützlichen, aber feindseligen" Medien

    Haider betrachtet "die Medien" als nützliche, aber ihm feindselig gesonnene Gegner, bezeichnet sie als "Teil der linken Jagdgesellschaft." In der Methodenwahl gegenüber "kritischen Medien" ist Haider nicht zimperlich. Haider, seit 1999 Kärntener Landeshauptmann, habe ihre Zeitung mit Anzeigenboykotts, Interviewsperren und anderen Aktionen attackiert, sagt die heutige Chefredakteurin der "Kleinen Zeitung Kärnten", Antonia Gössinger. Die FPÖ habe - nach wie vor - ein Problem damit, die Rolle von Medien zu respektieren.

    Das wurde auch kürzlich wieder deutlich: Das Innenministerium, geführt von FPÖ-Generalsekretär und früheren Redenschreiber Haiders, Herbert Kickl, machte in einer internen Mail auf „kritische Medien“ aufmerksam. Und zwar mit beigefügter Handlungsanweisung: Die Landespolizeidirektionen sollten diese Zeitungen nur mit dem „nötigsten Maß an Informationen“ versorgen. Für zahlreiche österreichische Journalisten war das die Fortsetzung einer langjährigen PR-Politik der FPÖ.

    FPÖ-Chef Strache beruft sich auf Haiders Erbe

    Deren heutiger Vorsitzender, Vizekanzler Heinz Christian Strache, bilanziert: Seine Partei würde vieles von dem, was Haider damals als „Fehlentwicklung“ erkannt habe, heute umsetzen: Haider war nach Straches Worten ein "Ausnahmepolitiker", angetreten um das "rot-schwarze Proporzsystem" und seine "Verfilzungen" aufzubrechen. Da habe er viel erreicht.

    Angefangen habe Haider bei einer Situation, in der rot und schwarz gemeinsam 80 Prozent hatten. Und wenn man sich die aktuellen Verhältnisse anschaue, so Strache, könne man sagen: "Das ist aufgebrochen, im wahrsten Sinne des Wortes."