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Forscher entdecken einzigartiges Korallenriff vor Italien | BR24

© Scientific Reports

Korallenriff vor der Südostküste von Italien

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    Forscher entdecken einzigartiges Korallenriff vor Italien

    Wissenschaftler haben im Mittelmeer vor der Küste Italiens erstmals eine spezielle Art eines Korallenriffs ausgemacht. Es liegt vor der Stadt Monopoli in Apulien und ist in Struktur und biologischer Vielfalt vergleichbar mit Riffen in Australien.

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    Italienische Wissenschaftler um Professor Giuseppe Corriero, Direktor der Abteilung für Biologie an der Aldo-Moro-Universität Bari, haben vor der Südostküste des Landes ein im Mittelmeer einzigartiges Korallenriff ausgemacht. Es liegt in der Adria vor der Stadt Monopoli in Apulien in 30 bis 55 Metern Tiefe und erstreckt sich über 2,5 Kilometer, wie die Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben.

    Bildung von Korallenriffen im Mittelmeer sind Neuentdeckung

    "Korallen sind im Mittelmeer weit verbreitet, es gibt aber unter den 33 dort beheimateten Steinkorallenarten nur wenige riffbildende Arten", erklärte Claudio Richter, Meeresbiologe am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, der Deutschen Presse-Agentur. Er war an der Studie nicht beteiligt. Von der weiten Verbreitung der in der Studie vorgestellten Korallenarten habe man zwar gewusst, "nicht aber, dass sie dreidimensionale Riffstrukturen ausbilden können", so Richter weiter. Insofern sei die Entdeckung wissenschaftlich neu.

    Bedeutung von Korallenriffen für die biologische Vielfalt

    Bei Korallenriffen handelt es sich den Autoren der Studie zufolge um die wichtigsten marinen Festgesteinsgebilde. Sie gelten als "Hotspot der Biodiversität". Größtenteils kommen sie in nährstoffarmen Gewässern des Indopazifiks und des westlichen Atlantiks vor. Das weltgrößte Korallenriff ist das Great Barrier Reef östlich von Australien, das sich über eine Länge von mehr als 2.000 Kilometern erstreckt.

    Riffbildung von Steinkorallen bei schwachen Lichtverhältnissen

    Steinkorallen bilden aber nicht nur in tropischen Flachmeeren mächtige Riffstrukturen, sondern auch in größerer Wassertiefe, erklärte Richter. Jenseits von 30 Metern Tiefe lebten "ausgesprochene Schwachlicht-Spezialisten, die mit abenteuerlichen Anpassungen die Energie des Sonnenlichts einfangen und sogar noch in 130 Meter Tiefe Photosymbiosen aufrecht erhalten können". Wachstum und Riffbildung verliefen in diesen Tiefen allerdings sehr langsam. Auch das nun entdeckte Korallenriff liegt in einem Bereich, in dem deutlich weniger Sonnenlicht ankommt.

    Korallen in gedämpften Farben

    Professor Giuseppe Corriero beschreibt die Farben der Korallen als "gedämpft" statt strahlend: Sie reichten von Orange über Rot bis Violett, wie er der "Gazzetta del Mezzogiorno" sagte. Die Autoren der Studie vermuten, dass sich ähnliche Korallenriffe auch etwa 100 Kilometer südlich von dem nun untersuchten Gebiet befinden.