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Boeing 737 Max 8 der Lion Air
© dpa/pa/Markus Mainka
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Boeing 737 Max 8 der Lion Air

Nach den Flugzeugabstürzen des Typs Boeing 737 Max 8 in Äthiopien und Indonesien gibt es neue Erkenntnisse. Bei dem vorletzten Flug der Unglücksmaschine der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air seien ähnliche Probleme aufgetreten wie am Tag des Absturzes, teilte die indonesische Behörde für Verkehrssicherheit mit.

Dritter Pilot konnte Maschine manövrieren

An Bord sei aber ein dritter Pilot gewesen, mit dem die Piloten im Cockpit das Problem lösen konnten. Deshalb konnten sie das Flugzeug am 28. Oktober sicher von Denpasar nach Jakarta manövrieren.

Nur einen Tag später, am 29. Oktober, war das Flugzeug wenige Minuten nach dem Start vor der Küste Indonesiens abgestürzt. Alle 189 Insassen starben.

Der Chef der Verkehrssicherheitsbehörde, Soerjanto Tjahjono, sagte über den dritten Piloten an Bord, dieser sei für das Fliegen der Boeing 737 Max 8 ausgebildet gewesen. Boeing sei beauftragt worden, den betroffenen Flug zu rekonstruieren. Ein vorläufiger Bericht zu dem Unglück enthielt keine Angaben zur wahrscheinlichen Absturzursache. Schon zuvor war bekannt geworden, dass die Piloten bei dem Absturz der Maschine in Indonesien verzweifelt im Handbuch nach einer Lösung des Problems suchten.

"Keine Anleitungen für neues Flugkontrollsystem"

Das Interesse an den Untersuchungen zum Lion-Air-Absturz ist gewachsen, seit Anfang März auch ein Ethiopian-Airlines-Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 in Äthiopien abgestürzt ist. Dabei verloren alle 157 Insassen ihr Leben. Wegen Ähnlichkeiten bei den Abstürzen hat Boeing als Vorsichtsmaßnahme entschieden, Max-8-Maschinen weltweit nicht mehr starten zu lassen.

Ein Ethiopian-Airlines-Pilot, der anonym bleiben will, erhob weitere schwere Vorwürfe gegen Boeing und seinen eigenen Arbeitgeber: Boeing habe keine Anleitungen für das neue Flugkontrollsystem MCAS geschickt, und der Unglückspilot habe nicht am Simulator trainieren können. "Wir wussten über MCAS mehr aus den Medien als von Boeing", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

FBI hat sich eingeschaltet

In den USA hat sich unterdessen auch das FBI in die Untersuchungen eingeschaltet. Die US-Bundespolizei schloss sich laut einem Zeitungsbericht strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit der Zulassung von Boeings Unglücksflieger 737 Max an. Eine Sprecherin der US-Bundespolizei wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Boeing lehnte eine Stellungnahme ab.

Der zuständige Ausschuss des US-Senats will eine Anhörung einberufen, bei der Boeing-Manager sich erstmals in einem solchen Rahmen zu den insgesamt zwei Unfällen äußern sollen.