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Warnstreik der Flugbegleiter: In München fallen wenige Flüge aus | BR24

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Der ganztägige Warnstreik der Flugbegleiter hat bisher wenig Auswirkungen auf den Flugbetrieb in Deutschland. In München fielen mindestens 20 Flüge aus. Passagiere beschwerten sich über die schlechte Informationspolitik.

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Warnstreik der Flugbegleiter: In München fallen wenige Flüge aus

Der Warnstreik der Flugbegleiter hat bisher zu "ganz vereinzelten" Ausfällen am Flughafen München geführt. Mindestens 20 Starts und Landungen wurden bis zum Nachmittag abgesagt.

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Am Flughafen München herrscht trotz des Streiks, zu dem die Flugbegleiter-Gewerkschaft "Ufo" die vier Lufthansa-Töchter Eurowings, German Wings, Cityline und SunExpress Deutschland aufgerufen hat, nach wie vor "weitgehend normaler Flugbetrieb". Das sagte ein Sprecher soeben dem Bayerischen Rundfunk.

Mindestens 20 Flüge am Flughafen München annulliert

Aktuell seien mindestens 20 Flüge annulliert, so ein Sprecher der Streikenden. Insgesamt stehen heute mehr als 1100 Starts und Landungen auf dem Flugplan. Vor dem Flight Operations Center (FOC) der Lufthansa stehen Streikposten, die über die Arbeitsniederlegungen und das weitere Vorgehen informieren.  Es ist ein sogenannter "stiller Streik“. Das heißt: Kundgebungen oder ähnliche Aktionen wird es heute am Flughafen München nicht geben.

Warnstreik bis Mitternacht verlängert

Wer heute mit Eurowings, German Wings, Cityline oder SunExpress Deutschland fliegen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorab über den Flugstatus informieren – und das gilt mittlerweile nicht mehr nur bis zum späten Vormittag, sondern bis Mitternacht, nachdem "Ufo“ den Streik kurzfristig bis dahin ausgeweitet hat. 

Das zeige erneut, wie rücksichtslos die Gewerkschaft ihre Machtpolitik auf dem Rücken von Kunden und Mitarbeitern austrägt", heißt es in einer Stellungnahme von Eurowings. Aufgrund der Streikverlängerung könne es "vereinzelt zu Flugstreichungen und Verspätungen kommen".

Bei dem Warnstreik geht es um hunderte Verbindungen an Flughäfen wie Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin oder Hamburg. Die Lufthansa habe ihre Gangart verschärft, erklärte die Gewerkschaft zur Begründung für den längeren Streik. Der Konzern habe nicht mehr nur mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen, sondern auch mit Arbeitsplatzverlust gedroht.

Warnstreiks kurzfristig angekündigt

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren kurzfristig am Freitagnachmittag angekündigt worden. Wenig später hatte die Gewerkschaft Ufo die schon seit Montag angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereiterklärt, 2 Prozent mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte Ufo nur 1,8 Prozent. Unmittelbar danach schob Ufo weitere Tarifforderungen nach, die Lufthansa in einem Brief umgehend ablehnte.

Ufo hat seine Mitglieder in sämtlichen Lufthansa-Fluggesellschaften zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen, die bis zum 1. November laufen sollen. Für sämtliche Betriebe gibt es unterschiedliche Forderungen.

Tiefes Zerwürfnis zwischen Lufthansa und Ufo

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die Ufo-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.

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Im Tarifstreit mit der Lufthansa erhöht die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO den Druck auf den Arbeitgeber. Der heutige Streik bei vier Konzerntöchtern wurde bis Mitternacht verlängert.