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© Flüchtlinge der Open Arms gehen in Lampedusa an Land

Flüchtlinge der Open Arms gehen in Lampedusa an Land

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Flüchtlinge der Open Arms gehen in Lampedusa an Land

Nach knapp dreiwöchiger Blockade auf dem Meer hat das Rettungsschiff Open Arms mit 83 Menschen an Bord nun doch in Italien anlegen dürfen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft nach dem Sprung mehrerer Migranten ins Meer die Anlandung angeordnet.

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Nach fast drei Wochen auf der Open Arms sind die von dem spanischen Schiff geretteten Flüchtlinge in der Nacht in Lampedusa an Land gegangen. Aktivisten begrüßten die Migranten mit Jubel und sangen das italienische Partisanenlied "Bella Ciao", als das Schiff mit den 83 an Bord verbliebenen Geretteten im Hafen einlief. Die Menschen sollten innerhalb weniger Stunden auf das italienische Festland gebracht werden. Einige humpelten oder trugen Verbände.

Proteste bei der Ankunft in Lampedusa

Allerdings gab es bei der Ankunft auch Missklänge. Eine kleine Gruppe von Menschen, unter anderem die Senatorin Angela Maraventano von der rechten Lega, protestierte gegen die Migranten und sagte, diese würden "dem Image der Insel schaden", wie die italienische Agentur Ansa berichtete.

Rettungsschiff beschlagnahmt

Der sizilianische Staatsanwalt Luigi Patronaggio hatte am Dienstag angeordnet, dass das Rettungsschiff beschlagnahmt und die Menschen an Land gebracht werden sollten. Zuvor waren mehrere Menschen aus Verzweiflung ins Wasser gesprungen. Sie wollten versuchen, die Küste von Lampedusa schwimmend zu erreichen. Die Flüchtlinge wurden gerettet.

Ermittlungen gegen Salvini

Der Staatsanwalt ermittelt wegen des Falls auch gegen Italiens Innenminister Matteo Salvini. Dieser hatte sich geweigert, die Menschen an Land gehen zu lassen, obwohl sich sechs EU-Staaten zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatten. Der Staatsanwalt war zuvor in Begleitung von zwei Ärzten an Bord des Schiffs gegangen, um sich einen Eindruck von der Lage zu verschaffen.

Eigentlich hatte die spanische Regierung am Dienstag nach tagelangem hin und her angekündigt, ein Marineschiff nach Lampedusa zu schicken. Die Audaz sollte die Open Arms von dort bis nach Palma de Mallorca begleiten. Allerdings hätte die Fahrt zuerst von Spanien nach Italien und dann wieder zurück mindestens sechs Tage gedauert. Die Besatzung der Open Arms hatte erklärt, dass die Menschen zu erschöpft für weitere Tage auf See gewesen wären.

Die Open Arms hatte am 1. August 123 Menschen und später noch einmal 39 Menschen aus Seenot gerettet. Italien nahm zunächst Schwangere und Kranke, später unbegleitete Minderjährige von Bord.