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Flüchtling an Grenze erschossen? Athen dementiert Türkei-Vorwurf | BR24

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An der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland ist es am Mittwoch erneut zu Zusammenstößen zwischen Migranten und griechischen Grenzschützern gekommen. Dabei soll ein Flüchtling erschossen worden sein.

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Flüchtling an Grenze erschossen? Athen dementiert Türkei-Vorwurf

Nach türkischen Angaben ist ein Flüchtling von einem griechischen Grenzschützer erschossen worden. Der Mann habe versucht, die Grenze in die EU zu überschreiten, hieß es. Die griechische Regierung hat den Vorwurf dementiert.

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Ein Flüchtling soll nach türkischen Angaben am Mittwoch von griechischen Grenzschützern erschossen worden sein, als er versuchte in die EU zu gelangen. Sechs weitere Flüchtlinge wurden laut dem Gouverneursamt der türkischen Region Edirne "mit scharfer Munition" verletzt. Die griechische Regierung wies den Vorwurf "kategorisch" zurück und warf der Türkei vor, gezielte "Falschnachrichten" zu verbreiten.

Seit der Öffnung der türkischen Grenze zu Griechenland vor wenigen Tagen versuchen tausende Menschen in die EU zu gelangen. Am Mittwoch war es deshalb erneut zu Zusammenstößen zwischen griechischen Sicherheitskräften und Migranten gekommen. Die Beamten hatten in Kastanies Tränengas und Blendgranaten eingesetzt.

Griechenland und Türkei beschuldigen sich gegenseitig

Nach Angaben der griechischen Behörden würde die Türkei jedoch ihrerseits Tränengasgeschosse einsetzen, sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas. Bei der Ansammlung von Migranten vor der Grenze handele sich um eine organisierte, konzertierte Aktion, hieß es weiter. Die Menschen würden gezielt mit Bussen von türkischen Städten aus an die Grenze gebracht und per Kurzmitteilungen über die angeblich offene Grenze informiert.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in der vergangenen Woche erklärt, sein Land habe die Grenze für Flüchtlinge geöffnet, die in die EU wollten. Europäische Politiker hielten ihm daraufhin vor, die Menschen zu instrumentalisieren, um die EU zur Unterstützung des türkischen Vorgehens in Syrien zu zwingen.

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An der türkisch-griechischen Grenze bleibt die Situation zwischen Flüchtlingen und Sicherheitskräften gespannt. Türkische Behörden melden, dass ein Flüchtling von griechischen Soldaten erschossen worden sei. Die Regierung in Athen dementiert das.