Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Steuervorteile für Männervereine abschaffen? CSU sagt Nein! | BR24

© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Archivbild Gebirgsschützen in Oberbayern. Bei den meisten Schützenvereinen dürfen Frauen mittlerweile auch mitmachen.

68
Per Mail sharen
Teilen

    Steuervorteile für Männervereine abschaffen? CSU sagt Nein!

    Nach Ansicht von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) haben Männervereine kein Recht auf Gemeinnützigkeit. Sie sollen seinen Plänen zufolge künftig keine Steuervorteile mehr genießen. Die CSU lehnt das Vorhaben von Scholz nun rundherum ab.

    68
    Per Mail sharen
    Teilen

    Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will, dass reine Männervereine nicht mehr den Status einer gemeinnützigen Organisation und die damit verbundenen Vorteile genießen. "Wir ändern gerade das Gemeinnützigkeitsrecht", sagte der SPD-Politiker der Bild am Sonntag. "Vereine, die grundsätzlich keine Frauen aufnehmen, sind aus meiner Sicht nicht gemeinnützig. Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen."

    Es gebe "deutschlandweit Hunderte Vereine wie Schützengilden oder Sportklubs, die ausschließlich Männer zulassen", führte Scholz aus.

    Blume: Vereine nicht nach Genderaspekten einteilen

    Die CSU lehnt die Steuerpläne des Bundesfinanzministers nun strikt ab. "Vereine steuerlich zu benachteiligen, weil sie sich mit ihrem Angebot nur an Frauen oder nur an Männer wenden, ist grundfalsch", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der Deutschen Presse-Agentur.

    "Ich frage mich: Hat Olaf Scholz schon mal etwas gehört von Männergesangsvereinen, dem Katholischen Frauenbund, Burschenvereinen oder Frauenselbsthilfegruppen? Es ist absurd, unsere Vereine nach Genderaspekten in Gut und Schlecht einzuteilen", betonte Blume. Wer so Politik mache, ignoriere die kulturelle Vielfalt der Vereine. "Gleichberechtigung ist ein wichtiges Anliegen, dieser Vorstoß hilft dabei nicht."

    Vielzahl an katholischen Männervereinen in Bayern

    In Bayern könnte die Aberkennung der Gemeinnützigkeit auch eine Vielzahl an katholischen Männervereinen treffen, zu dessen bekanntesten der "Katholische Männerverein Tuntenhausen" zählt. Der "Spiegel" bezeichnete diesen "als Herz des politischen Katholizismus im Freistaat Bayern". Den Vereinsvorsitz hatten seit seiner Gründung stets prominente CSU-Politiker wie der frühere Ministerpräsident Max Streibl inne. Aktueller Vorsitzender ist der frühere bayerische Umweltminister Marcel Huber.

    Freimaurerloge nicht gemeinnützig

    Mit dem Thema der Gemeinnützigkeit von Männervereinen hatte sich auch schon der Bundesfinanzhof in einer Entscheidung im Jahr 2017 befasst: Demnach war eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen hatte, nicht gemeinnützig.

    Die Loge habe keine zwingenden sachlichen Gründe für den Ausschluss von Frauen anführen können, teilte das Gericht damals mit. Damals hieß es, dass die Entscheidung sich auch auf andere Vereine auswirken könnte. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist Voraussetzungen für Steuervorteile.