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Feuer im Krefelder Zoo: Polizist musste Gorilla erschießen | BR24

© dpa-Bildfunk/Andreas Drabben

Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten vor dem Affenhaus im Krefelder Zoo.

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    Feuer im Krefelder Zoo: Polizist musste Gorilla erschießen

    Der Gnadenschuss sei alternativlos gewesen: Beim Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos hat ein Polizist mit der Maschinenpistole einen verletzten Gorilla getötet. Einige Einsatzkräfte brauchen nach der Brandnacht weiter psychologische Hilfe.

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    Nach dem Brand im Krefelder Zoo in der Silvesternacht sind dramatische Details bekanntgeworden: Mit mehreren Schüssen hat ein Polizist am Neujahrsmorgen einen Gorilla getötet, der den Brand im Affenhaus schwer verletzt überlebt hatte. Dies geht aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums an den Landtag hervor.

    Demnach hatte der Zoo in der Brandnacht die Polizei um Hilfe gebeten, um Einsatzkräfte vor drohenden Angriffen durch panisch verletzte Tiere zu schützen. Daher seien Beamte schussbereit mit Maschinenpistolen um das Affenhaus positioniert worden. Doch schon gegen 4.40 Uhr habe die Feuerwehr den Brand für gelöscht erklärt, bis dahin musste die Polizei nicht aktiv werden.

    Betäubungsmittel schlägt bei Gorilla nicht an

    Allerdings hätten Zoo-Mitarbeiter zwei Stunden später darauf hingewiesen, dass womöglich einige Tiere in dem einsturzgefährdeten Gebäude überlebt hätten. Eine Tierärztin habe daraufhin mit einem bewaffneten Polizisten das Affenhaus betreten. Nach Angaben des Zoos befanden sich dort drei Menschenaffen mit schwersten Verletzungen ohne Überlebenschance. Zwei habe eine Tierärztin einschläfern können, um sie von ihrem Leid zu erlösen - im Ministeriumsbericht war von einem Orang-Utan-Weibchen die Rede.

    Bei dem Gorilla habe die verabreichte Dosis des Narkotikums jedoch nicht ausgereicht, sodass die Schüsse alternativlos gewesen seien. Der Polizist habe auch erst mit der Maschinenpistole geschossen, nachdem er die Freigabe seines Vorgesetzen erhalten habe.

    Polizei: Beamter war zu Schüssen auf Gorilla "verpflichtet"

    "Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet", heißt es am Mittwoch auch in einer entsprechenden Mitteilung der Krefelder Polizei. Nach dem Tierschutzgesetz hätten sich die Beamten andernfalls sogar strafbar machen können.

    Die Vorgänge seien dem Zoodirektor schon bei der ersten Pressekonferenz am ersten Januar bekannt gewesen, doch "zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen" sei entschieden worden, "diese Informationen nicht zu kommunizieren", heißt es weiter in der Polizei-Mitteilung.

    Auch im Bericht des Innenministeriums heißt es, dass der Einsatz der Rettungskräfte und Zoo-Mitarbeiter "immens" belastend gewesen sei. Noch immer würden einige Mitarbeiter von der Notfallseelsorge betreut. Auch mit dem 34 Jahre alten Beamten, der den Gorilla erschossen hat, hätten an den folgenden Tagen mehrere intensive Gespräche zur Verarbeitung stattgefunden.

    Himmelslaternen lösten das Feuer im Krefelder Zoo aus

    Der Ministeriumsbericht, der für eine am Donnerstag in Düsseldorf stattfindende Sitzung des Landtagsinnenausschuss angefertigt wurde, fasste auch den aktuellen Ermittlungsstand zu dem Feuer in der Neujahrsnacht zusammen. Demnach ließen drei Frauen insgesamt fünf mit handschriftlichen Wünschen für das neue Jahr beschriftete Himmelslaternen aufsteigen.

    Eine dieser Himmelsleuchten sei auf das Affentropenhaus gesunken und dort mit unbekanntem entflammbarem Material in Kontakt gekommen, was zu dem Großfeuer führte. Mehr als 30 Affen kamen dabei ums Leben.

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