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Feuer-Drama im Krefelder Affenhaus: Brandursache wohl gefunden | BR24

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Tragödie in der Silvesternacht im Krefelder Zoo: Ein Feuer hat das Affenhaus komplett zerstört. Viele Tiere verbrannten. Vermutet wird, dass sogenannte Himmelslaternen den Brand ausgelöst haben.

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Feuer-Drama im Krefelder Affenhaus: Brandursache wohl gefunden

Mehr als 30 Tiere sind im Krefelder Zoo in der Silvesternacht ums Leben gekommen, als das Affenhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Den Ermittlungen zufolge haben verbotene Himmelslaternen das Feuer ausgelöst.

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Nach dem Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos gibt es erste Hinweise zur Brandursache. Demnach haben sogenannte Himmelslaternen das Feuer verursacht. Das sind aus China stammende Papier-Lampions, in denen die Luft durch eine brennende Kerze erwärmt wird und die deshalb über weitere Strecken fliegen können. In Asien lassen die Menschen sie als Glücksbringer zu verschiedenen Anlässen steigen - in Deutschland sind sie wegen der hohen Brandgefahr fast überall verboten, so auch in Nordrhein-Westfalen.

In dem niedergebrannten Affenhaus wurden demnach drei Zylinder gefunden, die auf solche Himmelslaternen hindeuten, wie die Polizei auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie in der Nähe des Zoos gestartet wurden, zumal Zeugen offenbar solche Feuerwerkskörper kurz nach Mitternacht über dem Zoogelände beobachtet haben.

Zudem wurden den Angaben zufolge auch Reste von handschriftlichen Neujahrs-Glückwünschen gefunden, die auf die Laternen geschrieben worden sein sollen. Sie können den Ermittlern Hinweise auf die Verursacher geben. Diese wurden in der Pressekonferenz aufgefordert, sich zu melden. Ebenso wie Zeugen, die etwas zum Hergang sagen können. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Für fast alle Tiere kam jede Hilfe zu spät

Der Brand war kurz nach Mitternacht ausgebrochen. Die Feuerwehr wurde um 0:38 Uhr von Anwohnern informiert und war wenige Minuten später vor Ort. Da stand das Affenhaus aber bereits lichterloh in Flammen.

Bei dem Feuer in der Silvesternacht starben nach Angaben des Zoos mehr als 30 Tiere. Zoodirektor Wolfgang Dreßen sagte auf der Pressekonferenz, es seien insgesamt acht Menschenaffen umgekommen: Fünf Borneo-Orang-Utans, ein westafrikanischer Schimpanse und zwei Flachlandgorillas. Außerdem seien mehrere kleinere Affen sowie Flughunde und Vögel in den Flammen verendet. Eine genaue Bilanz will der Zoo zu einem späteren Zeitpunkt vorlegen.

Zwei Schimpansen gerettet

Zwei Schimpansen konnten dem Zoodirektor zufolge mit lediglich leichten Verletzungen in Sicherheit gebracht werden. Zunächst war der Zoo davon ausgegangen, dass alle Tiere im Affenhaus durch das Feuer getötet wurden. Das angrenzende Gorillagehege, in dem eine siebenköpfige Gorillafamilie lebt, blieb von dem Brand verschont.

Der Zoo bleibt am Neujahrstag geschlossen. Auf der Homepage heißt es: "Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock. Die Feuerwehr ist mit einer Brandwache vor Ort. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir heute nicht für Sie da sein können." Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Zoo von einer unfassbaren Tragödie, von der er kurz nach Mitternacht überrollt worden sei.

Vor dem Zoo versammelten sich Tierfreunde und stellten Kerzen auf, um ihre Trauer auszudrücken. Der Deutsche Tierschutzbund fordert nun Feuerwerks-Verbotszonen im Umkreis von Zoos sowie in der Nähe von Tierheimen und landwirtschaftlichen Betrieben.

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Mehr als 30 Tiere sind im Krefelder Zoo in der Silvesternacht ums Leben gekommen, als das Affenhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Offenbar haben sogenannte Himmelslaternen das Feuer ausgelöst.