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Auf dieser Raststätte in Weibersbrunn, Ortsteil Rohrbrunn, wurde der iranische Diplomat Assadollah A. im Juli 2018 festgenommen.

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    Festnahme im Spessart: Diplomat wegen Terrorplan verurteilt

    Er hatte einen Terroranschlag in Frankreich geplant: Deshalb ist ein Diplomat aus dem Iran jetzt zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Unter Protest der Regierung in Teheran hatte Deutschland den Mann ausgeliefert. Gefasst wurde er in Unterfranken.

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    • BR24 Redaktion

    Es war eine Verhaftung wie aus einem Action-Film, als Assadollah A. am 1. Juli 2018 gegen 13 Uhr an der Autobahnraststätte Weibersbrunn festgenommen wurde. Die Polizei riegelte die Raststätte Spessart Süd im Landkreis Aschaffenburg komplett ab, weil die Ermittler nicht ausschließen konnten, dass er Sprengstoff bei sich führte. Am Vortag war ein iranischstämmiges Paar mit Bombe im Gepäck von der Polizei in Belgien angehalten worden. Der mutmaßliche Überbringer: Assadollah A.

    Jetzt wurde der Iraner im belgischen Antwerpen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 49 Jahre alte iranische Diplomat für den Attentatsplan um einen vereitelten Sprengstoffanschlag verantwortlich ist. Der Mann wurde wegen versuchten Mordes und Beteiligung an einer terroristischen Organisation schuldig gesprochen. Ende Juni 2018 habe er einen Bombenanschlag auf eine Großkundgebung iranischer Regierungsgegner in Frankreich geplant.

    Brisantes Urteil wegen möglicher Beteiligung des iranischen Geheimdienstes

    Brisant ist das Urteil, weil Assadollah A. den Ermittlungen zufolge Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes MOIS ist, zu dessen Aufgaben die Beobachtung und Bekämpfung oppositioneller Gruppierungen innerhalb und außerhalb des Irans gehört.

    Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) hatte für den 30. Juni 2018 eine Großkundgebung in Villepinte bei Paris organisiert. An ihr hatten auch zahlreiche westliche Unterstützer teilgenommen, darunter der Anwalt des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, Rudy Giuliani.

    Iran protestiert gegen Festnahme in Unterfranken

    Die iranische Regierung hatte bereits gegen die Festnahme von Assadollah A. in Deutschland heftig protestiert, weil der Mann zum Tatzeitpunkt an der iranischen Botschaft in Wien als Diplomat akkreditiert war. Nach seiner Festnahme an der A3 zwischen Würzburg und Aschaffenburg war Assadollah A. am 1. Juli 2018 von Deutschland an Belgien übergeben worden.

    Die deutsche Justiz argumentierte, dass Assadollah A. bei seiner Festnahme nicht unter diplomatischem Schutz gestanden habe, weil er sich außerhalb Österreichs auf einer Urlaubsreise befand. Zwei weitere Männer und eine Frau erhielten für die Beteiligung an dem Terrorplan Haftstrafen von bis zu 18 Jahren. Gegen das Urteil kann innerhalb von 30 Tagen noch Berufung eingelegt werden.

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