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Schützende Hände tragen eine kleine Feldlerche
© BR/rbb/Andreas Matthews

Autoren

Gabriel Wirth
© BR/rbb/Andreas Matthews

Schützende Hände tragen eine kleine Feldlerche

Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019 und folgt damit auf den Star. Alle Jahre wieder küren der Landesbund für Vogelschutz und sein bundesweiter Partner NABU den Vogel des Jahres. Mit der Wahl wollen die Naturschützer auf bedrohte Arten und ihre schwindenden Lebensräume hinweisen.

Die Feldlerche – klein aber fein

Mit ihrem Trillern steht sie für viele für den Frühlingsanfang, die Feldlerche. Meist hört man sie, wenn sie singend über die Äcker fliegt. Zu sehen bekommt man sie dagegen kaum. Die Feldlerche ist sehr klein und mit ihrem braun gestreiften Federkleid an der Oberseite und der markanten Federhaube auf dem Kopf sehr gut getarnt und schwer zu erkennen.

Immer weniger Feldlerchen auf den Feldern

Noch ist die Feldlerche zwar recht häufig, allerdings ist der Bestand in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Bei der letzten Erhebung 2009 wurde er in Bayern auf nur noch 54.000-135.000 Brutpaare geschätzt. Ein Drittel der Feldlerchen sei in den vergangenen 25 Jahren verschwunden, beklagt der LBV-Präsident Norbert Schäffer. Auf der Roten Liste der Brutvögel Bayerns wird sie als gefährdet eingestuft: "Der Feldlerche geht es schlecht, weil sie unter der Intensivierung der Landwirtschaft leidet, unter dem Verlust an Kleinstrukturen, Brachestreifen, Wegrändern usw. Aber auch die zunehmende Intensivierung auf der Fläche, die hohen Düngemittelgaben und das Umschalten von Sommer- auf Wintergetreide führt dazu, dass der Lebensraum für die Feldlerche zu dicht wird und sie dort nicht mehr existieren kann."

LBV-Präsident fordert andere Agrarpolitik

Der starke Rückgang ist auch der Grund, warum die Feldlerche bereits zum zweiten Mal zum Vogel des Jahres gewählt wurde - das erste Mal vor 20 Jahren, 1998. Die erneute Wahl sei eine Ehre, die nur wenigen Vögeln zu teil werde, heißt es beim LBV. Die Naturschützer verlangen eine radikale Reform der EU-Agrarpolitik. Es sollte nicht die Massenproduktion subventioniert werden, sondern eine naturverträgliche Landwirtschaft, so die Forderung. Schäffer schlägt vor, Landwirte dafür zu bezahlen, dass sie die biologische Vielfalt auf ihren Flächen erhalten.

Erhalt der Artenvielfalt – jeder kann etwas tun

Einige Landwirte schaffen zudem auf ihren Äckern sogenannte Lerchenfenster. Das sind rund 20 Quadratmeter große Flächen, auf denen nichts gesät wird. Dadurch besteht für die Vögel die Möglichkeit, in den sonst undurchdringbaren Feldern zu landen. Der LBV weist zudem darauf hin, dass jeder Verbraucher durch den Einkauf von Bio-Lebensmitteln auch die Agrarvögel unterstützt.

Das würde auch anderen Arten helfen wie Feldhasen, Rebhühnern, Schmetterlingen und Käfern. Von ihrer Wahl "Vogel des Jahres" bekommen die Feldlerchen derzeit nichts mit. Sie verbringen die Wintermonate in Südfrankreich und Spanien. Leider werden dort auch Vögel gejagt.