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© Foto: Sebastian Scheiner/AP/dpa/dpa-Bildfunk
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Ultra-orthodoxe jüdische Jugendliche stehen neben einem Lagerfeuer in Jerusalem. Mindestens 28 Menschen kamen ums Leben.

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    Feiertag Lag Baomer: Dutzende Tote auf Fest in Israel

    Bei einem Gedränge auf einem großen jüdischen Fest im Norden Israels sind nach Angaben von Rettungskräften Dutzende Pilgerer ums Leben gekommen. Tausende Ultraorthodoxe hatten in Meron den jüdischen Feiertag Lag Baomer begangen.

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    • tagesschau.de

    Bei einer Massenpanik auf einem jüdischen Fest im Norden Israels sind nach Angaben von Rettungskräften mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher des Rettungsdienstes Magen David Adom sprach am frühen Morgen von einer "unfassbaren Katastrophe". Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, viele lebensgefährlich. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, einige auch per Rettungshubschrauber. Auch die israelische Armee schickte Ärzteteams und Helikopter nach Meron. Die Polizei hat nach eigenen Angaben zwei Personen festgenommen, das Gelände bereits evakuiert und abgesperrt. Zufahrtsstraßen wurden abgesperrt. Israels Präsident Reuven Rivlin schrieb bei Twitter, er verfolge die Berichte aus dem Ort Meron und bete für die Genesung der Verletzten. Regierungschef Benjamin Netanjahu äußerte sich erschüttert über das "schlimme Unglück". Er bete für die Verletzten. Oppositionsführer Jair Lapid sprach von einer "traurigen" Nacht für das Land.

    Massenpanik löst Unglück aus

    Tausende Ultraorthodoxe hatten in Meron den jüdischen Feiertag Lag Baomer begangen. In sozialen Netzwerken war vor dem Unglück in Videos zu sehen, wie die Menschen dicht gedrängt und ausgelassen sangen, tanzten und hüpften. Die Zeitung "Haaretz" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, die Panik sei ausgelöst worden, nachdem Menschen auf Treppen ausgerutscht und hingefallen waren. Die hinter ihnen laufenden Menschen seien dann gestürzt. In ersten Medienberichten war vom Einsturz einer Tribüne die Rede gewesen.

    Ein Sprecher des Rettungsdienstes Zaka sagte dem israelischen Fernsehen, vor Ort herrsche Chaos, viele Kinder seien von ihren Eltern getrennt worden. Man bemühe sich, sie wieder zusammenzuführen. "Ich bin seit mehr als 20 Jahren beim Rettungsdienst, so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte er. "Das sind unfassbare Zahlen". Auch ein Sanitäter sagte, er habe schreckliche Bilder gesehen. Der Polizei zufolge gab es Probleme mit dem Handyempfang, viele versuchten Angehörige in Meron telefonisch zu erreichen. Die Polizei verwies für Auskünfte auf eine spezielle Festnetz-Rufnummer.

    Jüdisches Fest Lag Baomer wurde gefeiert

    Lag Baomer ist ein Fest, bei dem unter anderem an den jüdischen Aufstand gegen die römischen Besatzer unter Rebellenführer Bar Kochba erinnert wird. Er war im Jahre 132 ausgebrochen und rund drei Jahre später niedergeschlagen worden. Der Überlieferung nach endete an dem Tag von Lag Baomer eine Epidemie, an der damals zahlreiche jüdische Religionsschüler gestorben waren. Rabbi Schimon Bar Jochai, der auch an dem Aufstand gegen die Römer beteiligt war, liegt auf dem Meron-Berg begraben. Sein Ort ist ein Wallfahrtsort, den an dem Feiertag jedes Jahr Tausende besuchen. Traditionell werden dann auch Lagerfeuer angezündet. Im vergangenen Jahr waren die Feiern wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt worden.

    Konfrontationen am Unglücksort

    Nach der Massenpanik im Norden Israels mit Dutzenden Toten haben sich Medienberichten zufolge Hunderte Strenggläubige geweigert, den Unglücksort zu verlassen. Wie die "Times of Israel" berichtete, folgten sie den Anweisungen der Polizei nicht. Es sei auch zu Auseinandersetzungen gekommen, unweit des Ortes der Panik. "Sie blockieren uns ohne Grund", zitierte die Zeitung einen Anwesenden. "Ich will beten." Auch im Fernsehen waren Bilder der Konfrontationen zu sehen.

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