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FDP-Parteitag: Lindner spricht chinesisch | BR24

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Lindner startet Parteitagsrede auf chinesisch

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FDP-Parteitag: Lindner spricht chinesisch

Christian Lindner hat seine Rede auf dem FDP-Parteitag auf Chinesisch begonnen. Die Sprache werde wichtiger werden. Lindner warnte vor Kürzungen bei der Bildung und warb für eine sachliche Debatte mit Klimaaktivisten. Die Grünen kritisierte er.

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Ungewohnte Töne aus dem Mund von Christian Lindner: Der FDP-Vorsitzende hat seine Rede auf dem Parteitag der Liberalen in Berlin am Freitag auf Chinesisch begonnen. Von einem Zettel las er einige Zeilen ab und übersetzte anschließend: "Die Gesellschaft und die Wirtschaft ändern sich beständig. Wir müssen mit den Zeiten Schritt halten."

"Nach Lage der Dinge" würden "unsere Kinder" künftig neben Englisch auch Chinesisch lernen müssen, sagte Lindner mit Blick auf den wachsenden weltweiten Einfluss Chinas.

Lindner: Nicht bei der Bildung sparen

Vor Kürzungen im Bildungsbereich warnte Lindner eindringlich. Bundesfinanzminister Olaf Scholz gebe in jeden Bereich mehr Geld, gerade in die SPD-geführten Ressorts. Einzig die Bildung nehme er aus. "Bis 2023 sollen vier Prozent der Mittel sogar noch gekürzt werden im Haushalt für Bildung und Forschung des Bundes", kritisierte Lindner. "Wir können überall sparen, liebe Freundinnen und Freunde. An einer Sache sollten wir allerdings nie mehr sparen, und das ist die Bildung von Kindern und Jugendlichen."

Bildungs- sowie Forschungs- und Innovationspolitik bezeichnete er als wichtigste Standortaufgabe der nächsten Jahre. Der Digitalpakt für die Schulen müsste nun dringend in den Haushaltsplanungen abgesichert werden.

"Friday for Future"-Forderungen weltfremd

Zudem sprach sich Lindner für eine nüchterne und sachliche Auseinandersetzung mit den jugendlichen Klimaaktivisten von "Fridays for Future" aus. Wer junge Menschen in ihrem Protest wirklich ernst nehme, müsse sich mit ihren Anliegen beschäftigen und gegebenenfalls auch fachlichen Widerstand entgegensetzen, sagte Lindner am Freitag bei seiner Rede auf dem 70. FDP-Parteitag in Berlin.

"Fridays for Future" argumentiere "hypermoralisch". Und diejenigen, denen eigentlich ihr Protest gelte, hofierten das Engagement besonders. Er halte das für opportunistisch. Die Forderungen der Aktivisten, 180 Euro pro Tonne CO2-Ausstoß zu verlangen, bedeuteten für eine vierköpfige Familie 8.000 Euro pro Jahr zusätzlich, argumentierte Lindner. Die anderen Parteien schwiegen dazu, fügte er hinzu. Die FDP sage, dies sei zu hoch und auch unnötig.

Die FDP stelle indessen die Ziele des Klimaschutzes nicht infrage. Aber um dieses umzusetzen, bedürfe es einer "starken Wirtschaft", die die Technologie dafür zur Verfügung stelle. Eine starke Wirtschaft sei nicht ein Zweck an sich, aber Mittel und Weg, "damit diese Gesellschaft ihre Ziele erreichen kann".

Im Übrigen könne natürlich jeder klimapolitische Ziele formulieren, auch Jugendliche, sagte Lindner weiter. Aber zur technischen Umsetzung seien eben Profis nötig.

Frontalangriff auf die Grünen

Für die Grünen hagelte es Kritik seitens des FDP-Vorsitzenden: Diese wollten "Milliarden" ausgeben für Menschen, die nicht arbeiten wollten, kritisierte er am Freitag in Berlin. Die Grünen plädierten im Sozialsystem für "Absicherung ohne Gegenleistung", dagegen wollten die Liberalen die wirklich Bedürftigen "zielgerichtet" schützen und Leistung belohnen.

In der Klimaschutzdebatte würden die Vorschläge der Grünen dafür sorgen, dass ein Flug nach Mallorca hunderte Euro koste, warnte Lindner weiter. Der Parteivorsitzende Robert Habeck träume außerdem von einer Gesellschaft ohne Fleischkonsum im Jahr 2050 und wolle somit "uns alle zu Vegetariern und Veganern machen". Solche Vorschläge bedeuteten "tiefe Eingriffe in die individuelle Freiheit", urteilte Lindner.